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Meerbusch: Zwölf Millionen für Deichbau

Meerbusch : Zwölf Millionen für Deichbau

Die Bezirksregierung hat am Dienstag die Fördermittel für die Sanierung des Büdericher Deichs auf einer Länge von 2,5 Kilometer bereitgestellt. Die Arbeiten könnten Mitte des kommenden Jahres beginnen und bis 2013 dauern.

In Meerbusch wird es im kommenden Jahr wohl zwei Deichbaustellen geben. Im Stadt-Norden sollen die Arbeiten am Hochwasserschutz zwischen Langst-Kierst und Krefeld-Uerdingen größtenteils abgeschlossen werden. Im Meerbuscher Süden, zwischen Mönchenwerth und dem Modellflugplatz am Apelter Weg, werden voraussichtlich Bagger für Vorbereitungsarbeiten anrücken.

Die Bezirksregierung stellte gestern 12,1 Millionen Euro für die Sanierung von 2,5 Kilometer des Büdericher Deichs bereit. Insgesamt wird eine Investition von 17 Millionen Euro nötig. Die Kosten werden zwischen Land, dem Düsseldorfer Stadtentwässerungsbetrieb und dem zuständigen Deichverband, der Neuen Deichschau Heerdt, aufgeteilt. Die Deichschau hatte die Fördermittel bereits im Oktober 2008 beantragt.

Der heutige Deich in dem Abschnitt stammt aus den 30er Jahren. Er wurde errichtet, nachdem 1926 Teile von Düsseldorf und Büderich überschwemmt worden waren. Der Deichbau verlief damals nach einem recht simplen Muster: Man häufte einfach losen Sand an, bis die Höhe stimmte. Die Konstruktion hat den Nachteil, dass sie von jedem neuen Hochwasser immer ein Stück weiter unterspült wird. Ein Deichbruch bei Büderich hätte nicht nur für Meerbusch, sondern auch für das linksrheinische Düsseldorf gravierende Folgen.

Geplant ist, den alten Sanddeich abzubaggern und durch einen deutlich breiteren und etwas höheren Hochwasserschutz aus Schichten von Lehm und Kies zu ersetzen. Das Baumaterial soll via Lkw über die Niederlöricker Straße herantransportiert werden. Auf der Deichkrone ist ein Radweg vorgesehen.

Der neue Deich soll einer "Jahrhundertflut" von bis zu 11,75 Meter Pegelhöhe standhalten können. Statistisch kommt so etwas alle 350 Jahre vor. Die maximale Pegelhöhe der 1926er-Überschwemmung lag 65 Zentimeter niedriger, bei 11,10 Meter. Zurzeit läuft ein Flurbereinigungsverfahren, da der Deich etwa zehn Hektar mehr Fläche benötigt als bisher. Betroffene Landbesitzer sollen im Tausch andere Flächen erhalten.

"Die Deichsanierung muss europaweit ausgeschrieben werden", sagt Deichschau-Vorstandsmitglied Kristian Lütz. Weil das Verfahren einige Monate in Anspruch nehmen dürfte, rechnet er damit, dass das Projekt erst Mitte des Jahres starten kann. Da Deichsanierungen aber nur in der Hochwasserfreien Zeit (April bis Oktober) möglich sind, werden 2011 wohl nur noch Vorbereitungsarbeiten stattfinden. Der Hauptteil der Sanierung dürfte dann 2012 und ein Rest noch 2013 erfolgen. Naturschützer kann Lütz beruhigen: Für die Deichsanierung werden — anders als in Nierst — keine Pappeln gefällt werden müssen.

(RP)