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Meerbusch: Zwölf-Meter-Baum fällt auf Haus

Meerbusch : Zwölf-Meter-Baum fällt auf Haus

Beim Sturm in der Nacht zum Freitag fiel eine zwölf Meter große Birke auf ein Haus im Meererbusch. Weil das Haus denkmalgeschützt ist, durften die Inhaber den Baum nicht fällen – und Versicherungen verweigerten den Schutz.

Beim Sturm in der Nacht zum Freitag fiel eine zwölf Meter große Birke auf ein Haus im Meererbusch. Weil das Haus denkmalgeschützt ist, durften die Inhaber den Baum nicht fällen — und Versicherungen verweigerten den Schutz.

 Vom Korb aus zerlegten Feuerwehr-Männer die Eiche.
Vom Korb aus zerlegten Feuerwehr-Männer die Eiche. Foto: Feuerwehr

Eine Prüfung in der Schule ist wahrscheinlich der Grund dafür, dass bei der sechsköpfigen Familien Kugathasan alle wohlauf sind. Nur ein tiefer Schock durch die Ereignisse am Donnerstagabend, der wird noch eine Weile vorhalten.

Es ist später Abend, kurz vor 22 Uhr, als ein lauter Knall die Büdericher Familie erschrecken lässt. Eine plötzliche Sturmböe hatte die rund zwölf Meter hohe Birke auf das Einfamilienhaus an der Hildegundisallee kippen lassen. Der Schreck ist groß, nur eine Minute zuvor hatten die drei Söhne des Paares im Garten direkt neben dem Baum gespielt.

"Ich hatte erst meine Tochter ins Bett gebracht und dann die drei Jungs hereingerufen, da einer von ihnen für eine Prüfung am nächsten Tag weiter lernen sollte", sagt Shayameera Kugathasan erleichtert. Nur dadurch blieben alle unverletzt, allerdings beschädigte der Baum das Dach des denkmalgeschützten Metall-Hauses und das Vordach über der Haustüre.

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"Mein Sohn rief mich an, war total aufgebracht und sagte, dass der große Baum umgefallen sei", sagt der Vater und Hauseigentümer Rajalingam Kugathasan, der gerade noch in Düsseldorf arbeitete. Als er nach 20 Minuten zu Hause eintraf, war die Feuerwehr bereits in Aktion. "Ich muss der Feuerwehr ein Kompliment machen, die waren schnell da und haben eine tolle Arbeit geleistet", sagt Kugathasan, der mit seiner Familie seit einem Jahr in Meererbusch wohnt.

"Der Sturm kam so plötzlich. Ich habe gar nicht damit gerechnet. Die Kinder habe ich nur wegen des Lernens reingeholt", sagt Shayameera Kugathasan. Als hätte die vierfache Mutter etwas geahnt, hatte sie an diesem Tag auch das Auto nicht an der üblichen Stelle geparkt. "Ich habe diesen Baum sowieso nie gemocht", gibt sie zu.

Die Birke war laut der Familie völlig gesund, daher steigt nun die Unsicherheit, ob so etwas wieder passieren könnte. Immerhin stehen noch mehr große Bäume auf dem Grundstück. "Da es sich um ein denkmalgeschütztes Haus handelt, durften wir nichts verändern, auch keine Bäume fällen", sagt Kugathasan. Ein weiteres Problem: Niemand wollte ihm das denkmalgeschützte Haus versichern. Nun muss er die Kosten für die Dachreparatur komplett selbst tragen.

"Ein Dachdecker war schon da und meinte, dass es schwer sei, das wieder genauso hinzubekommen, wie es vorher war", sagt Kugathasan, dem jetzt einige Treffen mit der Denkmalschutzbehörde bevorstehen. Der Einsatz der 20 Feuerwehrleute dauerte rund drei Stunden, der Baum wurde Stück für Stück zersägt und komplett entfernt. "Ich bin froh, dass keinem etwas passiert ist, das ist die Hauptsache", sagt Kugathasan.

(RP/jco)