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Meerbusch: Zweites Hochwasser im Januar ist auf dem Rückzug

Meerbusch : Zweites Hochwasser im Januar ist auf dem Rückzug

Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr sind die Wiesen am Rheinufer überschwemmt. Das Wasser steigt aber nicht weiter an.

Gummistiefel waren gestern das Schuhwerk der Wahl vieler Spaziergänger in Büderich, die am Rheinufer entlangliefen. Denn die Wiesen sind matschig, teilweise überflutet - nach dem Hochwasser vor drei Wochen stieg am Wochenende der Rheinpegel schon wieder deutlich an.

Am Samstag erreichte das Hochwasser seinen Scheitelpunkt. Grund zur Sorge gibt es in Meerbusch jedoch nicht, zumal das Wasser dieses Mal nicht ganz so hoch war: "Vor drei Wochen waren es 8,40 Meter, dieses Mal 7,70 Meter", sagte Deichgräf Christof Cames vom Deichverband Meerbusch-Lank. "Die paar Zentimeter mehr oder weniger machen für uns aber keinen großen Unterschied." Erst ab einem Pegel von neun Metern wird der Deichverband aktiv. Dennoch stehen Bäume, Schilder und Wiesen unter Wasser, Spaziergänger sollten auch in den kommenden Tagen weiterhin vorsichtig sein, und Kinder nicht zu nah am Rhein spielen lassen.

Dass es innerhalb so kurzer Zeit gleich zweimal zu Hochwasser kommt, ist laut Cames nicht unbedingt ungewöhnlich. "Früher hat es im Januar häufiger Hochwasser gegeben. Vor allem in den sechziger und siebziger Jahren hatten wir diese Verhältnisse öfter", sagt er.

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Der Grund dafür sei Niederschlag in den Mittelgebirgslagen und weiter südlich. "Das sind die gravierenden Faktoren, wenn es zeitgleich noch Niederschlag in den hiesigen Regionen, in der Eifel oder im Bergischen Land gibt, kommt es schnell zu Hochwasser", sagt Cames. Nun soll der Rheinpegel schnell wieder abnehmen: "Das Wasser fließt jetzt ab, wenn es nicht zu größerem Niederschlag kommt, wird bis Ende der Woche kaum noch etwas zu sehen sein."

Das Hochwasser hatte vor drei Wochen sehr viel Müll und Treibholz angespült, auch freiwillige Helfer aus der Bevölkerung hatten geholfen, den Deich davon zu befreien und viele große Müllsäcke gefüllt, die anschließend von der Stadt entsorgt wurden.

In einigen Gebieten konnte der Deichverband bisher nicht mit den Aufräumarbeiten beginnen, weil diese noch immer zu feucht waren, um dort den Müll mit Maschinen abzutransportieren. Das aktuelle Hochwasser wird noch mehr Unrat anschwemmen. Das kostet: "Die Entsorgung ist teuer, weil man die Abfälle nur in seltenen Fällen trennen kann. Das wird dann zur Deponie gefahren", sagt Cames.

(tak)