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Meerbusch: Zwei Klassen an der EHS in Osterath

Meerbusch : Zwei Klassen an der EHS in Osterath

Die i-Dötzchen in Osterath sind nun an den Schulen angemeldet. Die Barbara-Gerretz-Schule startet mit 25 Kindern. Die Erwin-Heerich-Schule wird trotz 15 Abmeldungen wieder zweizügig

Wenn in der nächsten Woche die Sommerferien starten, ist in der Osterather Grundschullandschaft vorläufig so etwas wie Ruhe eingekehrt. Die Anmeldephase ist nun abgeschlossen, die neuen Klassen sind besetzt, jedes Kind weiß nun, wo es hinkommt.

Die Eichendorff-Schule musste 18 Kinder abweisen. Neun Kinder wechseln nun zur Barbara-Gerretz-Schule. Foto: Ulli Dackweiler

Die stark umstrittene Barbara-Gerretz-Schule (BGS) startet mit einer Klasse mit 25 Kindern. 15 Kinder wechseln von der Erwin-Heerich-Schule in Bovert an die BGS — neun Kinder kommen von der benachbarten Eichendorff-Schule. Ein Kind kommt aus Willich. Die gute Nachricht: An der Erwin-Heerich-Schule wird es aber trotz der 15 Abmeldungen weiterhin zwei Klassen geben. Insgesamt verbleiben dort 34 Kinder, die sich ab August in die 1A und 1B aufteilen werden. Auch die Eichendorff-Schule wird mit zwei neuen Eingangsklassen starten. Die Eichendorff-Schule hatte zunächst 18 Kinder abweisen müssen, die dort aufgrund der drohenden Schließung der BGS angemeldet wurden.

Die Erwin-Heerrich-Schule hat zwar 15 Abmeldungen, aber trotzdem wieder zwei neue Klassen mit 34 Schülern. Foto: Ulli Dackweiler

Im Rennen um den Erhalt der Barbara-Gerretz-Schule haben sich in den vergangenen Monaten die Ereignisse überschlagen. Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte den Ratsbeschluss zur Auflösung der Barbara-Gerretz-Schule indirekt für rechtswidrig erklärt. Vor allem der besondere Charakter der "Bekenntnisschule" sei verkannt worden, hieß in der Begründung des Gerichts. Eltern, die nicht der katholischen Konfession angehörten, aber ihr Kind gerne nach diesen Werten erziehen lassen wollten, müssten die Möglichkeit dazu haben. Darüber hinaus kritisierten die Richter, die Stadt habe sich auf eine falsche Rechtsgrundlage berufen, konkrete Auflösungsgründe nicht benannt und den Elternwillen nicht ausreichend gewürdigt. Die Stadtverwaltung musste deshalb kurzfristig das bereits beendete Anmeldeverfahren für Grundschulen neu aufrollen. Kurios: Hätten sich im erneuten Verfahren nicht mindestens 15 i-Dötzchen an der Barbara-Gerretz Schule angemeldet, hätte die Schule trotz des rechtswidrigen Ratsbeschlusses zur Schließung geschlossen werden müssen. Schon am zweiten Tag des Anmeldeverfahrens war allerdings entschieden, dass die Mindestzahl von 15 Kindern an der BGS zustande kommen wird. Dass es am Ende sogar 25 werden, damit hatte vorher kaum einer gerechnet.

Die Münsteraner Richter deuten auch eine Lösungsmöglichkeit an: Die Fortführung der BGS als eigenständige Schule im Gebäude der Erwin-Heerich-Schule. Nach der Sommerpause will Schuldezernentin Angelika Mielke-Westerlage den Politikern Vorschläge für eine künftige Neuordnung der Grundschullandschaft in Osterath vorlegen.

(RP)