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Meerbusch: Zwei Jecke sagen "Ja" in Büderich

Meerbusch : Zwei Jecke sagen "Ja" in Büderich

Der 11.11.11. ist nicht nur für die Jecken ein toller Tag. Auch Heiratswillige haben dieses markante Datum gewählt. Die Büdericher Standesbeamten haben für heute elf Termine vergeben. Grit Amelang und Ulf Daudach gehören zu denen, die jeck sind und sich heute trauen.

büderich Heute ist für Grit Amelang (43) und Ulf Daudach (41) ein großer Tag. Die Beiden werden sich im Büdericher Standesamt das "Ja"-Wort geben – natürlich nicht ohne Begleitung ihrer närrischen Freunde. "Wir kommen alle nach Büderich", sagt Günter Simons, Vorsitzender der Karnevalsgesellschaft Düssel-Narren. "Ich werde mein berühmtes Potpourri zum Besten geben", kündigt er zur Freude seiner jecken Kumpane an. "War nur ein Scherz", nimmt er die Warnung zurück. Die Braut ist erleichtert.

Zwar wollte sie nie eine "langweilige Hochzeit in Weiß", doch die Gesänge ihres Vorsitzenden zum Hochzeitstag hält sie für verzichtbar – obwohl die Hochzeit eindeutig unter einem jecken Stern steht.

Kennengelernt haben sich Grit und Ulf am Altweibertag 2008 in einem Café an der Kaiserswerther Straße in Düsseldorf. "Irgendwann stand das Thema Heiraten im Raum. Und da es keine gewöhnliche Hochzeit werden sollte, kam uns der 11.11 gerade recht", sagt die 43-Jährige, die im zivilen Beruf in der Verwaltung einer Landespolizeibehörde arbeitet.

Einen Termin beim Standesamt zu bekommen, sei nicht schwer gewesen. "Ich habe im September angerufen, und es hat geklappt." Neben Grit und Ulf werden sich neun weitere Paare heute dort einfinden, um den Bund fürs Leben zu schließen.

Das Hochzeitspaar wird nicht nur jecken Besuch bekommen. "Unsere Verwandten kommen auch – und die sind nicht unbedingt mit dem rheinischen Brauchtum vertraut. Grit Amelang stammt aus Sachsen, Ulf aus Brandenburg. "Sie wissen natürlich, dass wir im Karnevalsverein engagiert sind", sagt Ulf. Deshalb wird es nach der Zeremonie und einer kleinen Stärkung im Gulasch eine närrische Rundfahrt im Bus für die Gäste geben.

Die heimischen Gäste von den Düssel-Narren werden im großen Festzelt auf dem Burgplatz verschwinden und am Abend wieder zur Hochzeitsgesellschaft stoßen. "Wir treffen uns in einer typischen Düsseldorfer Brauerei", so Amelang.

Die Hochzeitsreise der Beiden, die in Büderich leben, wird aufs nächste Jahr verschoben, weil sie zunächst ihren Pflichten nachkommen müssen. "Dann geht es natürlich nach Teneriffa." Den Büdericher Heinzelmännchen oder der KG Blau-Weiß beizutreten, kommt für die Düssel-Narren nicht infrage. "Wir bleiben unserem Verein treu", sagten sie unisono.

Geheiratet wird übrigens mit Narrenkappe. Ulf Daudach vertauscht das gelbe Jackett mit einem schwarzen Anzug. "Nur die Komitee-Kappe setze ich auf. Und auch die Braut beschränkt sich auf die kleine Version des närrischen Kopfschmucks.

(RP)