1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Zwei Deutschkurse für Zugewanderte an der VHS Meerbusch auf Expedition in Köln

Bildung in Meerbusch : Meerbuscher Volkshochschule in Köln auf den Spuren jüdischen Lebens

Einen Schwerpunkt legt die Volkshochschule Meerbusch in diesem Jahr auf Veranstaltungen, die zum Jubiläumsjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" angeboten werden. Zwei Deutschkurse für Zugewanderte haben nun in Köln die Ausstellung „Menschen, Bilder, Orte" besucht.

Das Jubiläumsjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ bestimmt auch das aktuelle Programm der Volkshochschule (VHS) Meerbusch. Zwei Deutschkurse für Zugewanderte, die die VHS im Auftrag der Bezirksregierung Düsseldorf anbietet, haben nun im LVR-Landeshaus in Köln die Ausstellung „Menschen, Bilder, Orte" besucht, die dort im Rahmen des Jubiläumsjahrs gezeigt wird.

„Gerade für die Zugereisten ist dieses Thema spannend, denn oftmals setzt man sich in deren Heimatland nicht oder auf ganz andere Weise mit dem Thema auseinander", sagt VHS-Leiterin Béatrice Delassalle-Wischert, die den Ausflug für die 20 Kursteilnehmer zusammen mit VHS-Dozent Necip Soy organisiert hat. Damit der Ausstellungsbesuch auch gut verstanden und verinnerlicht werden konnte, bereiteten die Teilnehmer, die aus Armenien, Bulgarien, Georgien, Guinea, dem Iran und dem Kongo sowie aus der Ukraine kommen, bereits  zuvor im Unterricht Referate zu einzelnen Themen der Ausstellung vor. Somit wussten sie beispielsweise schon, dass Kaiser Konstantin im Jahr 321 ein reichsweites Gesetz erließ, wonach Juden von diesem Moment an in die Stadträte berufen werden konnten. Das Schreiben richtete sich explizit an den Kölner Stadtrat und weist damit als älteste erhaltene Quelle auf das Vorhandensein von Juden im Raum nördlich der Alpen hin.

  • Englisch-Dozent Thomas Pearce wiederholt im Summer
    Bildung in Meerbusch : VHS-Dozenten lehren im Summer College
  • Der langjährige VHS-Dozent Thomas Pearce hat
    Bildung in Meerbusch : Bestnoten für das Summer College Meerbusch
  • Festjahr : Ausstellung über jüdisches Leben

„Das Thema an sich rief schon in der Vorbereitungsphase große Aufmerksamkeit hervor, so sehr, dass die Teilnehmer beschlossen, auch ihre Kinder an dem Museumsbesuch teilnehmen zu lassen", freut sich die VHS-Leiterin. Betreut wurden die Meerbuscher Besucher vor Ort von Charlotte Pinon. Im regen Dialog vor und nach dem Ausstellungsbesuch erfuhren die Zugewanderten von der wissenschaftlichen Volontärin im LVR-Dezernat Kultur und Landschaftliche Kulturpflege viel über die jüdischen Feiertage und Feste, etwa Jom Kippur, den Versöhnungstag, oder Chanukka, das Lichterfest. Über das Schicksal einzelner Personen wie Henry Gruen (geb. Heinz Grünebaum), der die Kindertransporte überlebte und nach Aufenthalten in England und den USA wieder nach Köln zurückkehrte. Über Kaschrut, die jüdischen Speisegesetze. Über jüdische Hochzeiten und die Chuppa, den Traubaldachin. Über Vorwürfe, denen sich Juden immer wieder ausgesetzt sahen, bereits im Mittelalter, als man ihnen vorwarf, die Pest ausgelöst und Brunnen vergiftet zu haben (Pestpogrom von 1349). Und natürlich auch über die Schoa, den nationalsozialistischen Völkermord an den Juden in Europa.

„Viele Informationen, die aber aufgrund der sehr guten Vorbereitung auf den Tag gut verdaut werden konnten", berichtet VHS-Dozent Soy. Kursteilnehmer Ivo Nedyalkov unterstrich nach dem Besuch der insgesamt vier begehbaren Ausstellungs-Kuben: „Das war eine super Bereicherung für unseren Unterricht. Wir haben viel dazu gelernt." Natürlich gehörten zu dem Köln-Aufenthalt auch ein Besuch des Kölner Doms und der Gang über die Hohenzollernbrücke. Aktionen, für die die Teilnehmer ebenfalls Referate vorbereitet hatten.