Meerbusch: Zwar scheint Frauensache

Meerbusch : Zwar scheint Frauensache

Am Mittwoch, 19. Mai, startet Zwar (Zwischen Arbeit und Ruhestand) in Lank-Latum. Die Auftaktveranstaltung findet in den Räumen der Evangelischen Kirchengemeinde an der Nierster Straße statt.

Lank-Latum Die Idee sei vor etwa 30 Jahren im Ruhrgebiet geboren: Zwar – Zwischen Arbeit und Ruhestand. "Nach der Stahlkrise bei Hösch ging es darum, der Generation 50 plus Perspektiven für sinnvolle Freizeitgestaltung im Vorruhestand zu bieten", berichtete Wolfgang Nötzold von der Zwar-Zentralstelle Nordrhein-Westfalen gestern in Osterath.

Jetzt ist die Thematik auch in Meerbusch angekommen: Nach der Gründung des ersten Netzwerks vor acht Monaten in Büderich steht nun der Startschuss für die zweite Initiative in Lank-Latum bevor. Die Auftaktveranstaltung ist am Mittwoch, 19. Mai, ab 18 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum an der Nierster Straße 56. "Das ist wie die Geburt eines zweiten Kindes", sagt Gaby Pricken, die als Moderatorin und Koordinatorin neben Nötzold in der Büdericher Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt die Geschicke des Zwar-Projekts leitet.

Dort treffen sich regelmäßig zwischen zehn und 15 Personen zu den monatlichen Basistreffen, um gemeinsame Freizeitaktivitäten zu verabreden und zu organisieren. Etwa 50 Frauen und "ein Quotenmann" nehmen an den eigenverantwortlich gestarteten Treffen zum Kegeln, Radfahren, Wandern und Spielen teil. Kinobesuche und Ausflüge zählen ebenso zum Spektrum wie das gemeinsame Schreiben an einem Buch. Ein Schwerpunkt ist das kulturelle Interesse, das unter anderem durch Museums- und Theaterbesuche bedient wird. "Es geht aber nicht nur um gemeinsame Freizeitgestaltung, sondern auch um Freundschaft und Nachbarschaft", sagt Nötzold. Bei den älteren und jüngeren Senioren sei soviel Wissen und Erfahrung vorhanden, dass sich die Menschen untereinander in Alltagssituationen helfen können – zum Beispiel bei der Steuererklärung. Etwa ein Drittel der Aktiven bei Zwar sei noch berufstätig, und viele seien Personen, die nicht in Meerbusch geboren seien, berichtet Nötzold.

Sozialdezernentin Angelika Mielke-Westerlage sieht nach den Erfahrungen in Büderich gute Chancen, die Initiative nun auch in Lank-Latum und später in Osterath ans Laufen zu bringen. Damit mache die Kommune einen weiteren qualitativen Schritt in ihrer Seniorenpolitik.

Für den Herbst kündigt Mielke-Westerlage eine Informationsmesse "Leben und Wohnen im Alter" an, die im Städtischen Meerbusch-Gymnasium in Strümp stattfinden soll. Ob die Lank-Latumer Treffen ab den 26. Mai dann dauerhaft im katholischen Pfarrzentrum an der Gonellastraße sein sollen oder im neuen Bürgerhaus – das ist im Moment noch offen.

(RP)