Meerbusch: Zurück aus Loose Creek

Meerbusch : Zurück aus Loose Creek

Der Heimatkreis Lank ist mit mehr als 40 Mitgliedern in den US-Bundesstaat Missouri gereist. Dort besuchten sie die Nachfahren der einstigen Meerbuscher Auswanderer – und erlebten den US-Alltag.

Lank-Latum Selbst im ländlichen Teil des US-Bundesstaates Missouri, im kleinen Ort Loose Creek, konnte Leo Jürgens der Politik nicht entfliehen. Meerbuschs stellvertretender Bürgermeister musste dort morgens um halb sieben an einem politischen Stammtisch teilnehmen. Sein Gastgeber, selbst eine lokale Politgröße, nahm ihn mit – und Jürgens hörte sich Schimpftiraden über Barack Obamas Gesundheitsversicherung an.

Zurück mit Loose-Creek-Souvenirs: Heimatkreis-Mitglieder Franz-Josef Radmacher, Gerd Schumeckers, Felix und Inge Stein. Foto: Ulli Dackweiler

Derlei Eindrücke aus dem Alltag in Loose Creek prägten den Freundschaftsbesuch, den jetzt 42 Meerbuscher den Nachfahren einstiger Auswanderer dort zum wiederholten Mal abstatteten. Die Mitglieder des Heimatkreises Lank waren in Gastfamilien untergebracht und bekamen so viel mit vom Leben ihrer Freunde. Felix und Inge Stein etwa halfen an einem Tag ihren Gastgebern, Pakete mit Lebensmitteln an bedürftige Familien zu verteilen.

Doch das Programm hatte auch einen offiziellen Teil. Jeden Abend trafen sich die Deutschen und Amerikaner zu Festen, um sich auszutauschen. Am Sonntag gab es eine Festmesse, an der auch Pfarrer Norbert Viertel teilnahm. Gleich zu Beginn ihres siebentägigen Aufenthalts in Loose Creek bekam die deutsche Reisegruppe die Geschichte des Ortes von vier Einwohnern vorgespielt.

Spektakulär sei auch ein Besuch im ehemaligen Gefängnis in Jefferson City gewesen, sagte Franz-Josef Radmacher gestern beim Bericht über die Reise. "5300 Gefangene hatten dort Platz. Besonders bedrückend war ein Blick in die Todeszellen", sagte der Vorsitzende des Heimatkreises. Beim Besuch in Loose Creek blieb es allerdings nicht: Vor ihrer Ankunft in Missouri reiste die Gruppe durch wichtige Orte der amerikanischen Musikkultur. Die Tour führte die Meerbuscher nach Nashville ins Herz der Country-Musik und nach Memphis, wo der Blues zu Hause ist. Eine Besichtigung von Graceland, dem einstigen Wohnsitz von Elvis Presley, durfte dabei nicht fehlen. Jetzt bereitet der Heimatkreis den nächsten Besuch der Amerikaner vor.

(RP)
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