Zugunglück in Meerbusch: "Für die Einsatzkräfte war das Warten quälend lang"

Zugunglück in Meerbusch: „Für die Einsatzkräfte war das Warten quälend lang“

Herr Baum, Sie waren beim Einsatz vor einem Jahr der leitende Notarzt. Was haben Sie auf dem Weg zur Einsatzstelle gedacht?

Baum Ein Einsatz dieser Dimension ist selten. Da hat man viele Szenarien im Kopf, vom Fehlalarm bis zur Katastrophe, etwa einer Terrorlage, muss man auf alles gefasst sein. Auf dem Weg geht man dann noch mal alle Abläufe für solche Großlagen durch, die man trainiert hat, um an der Einsatzstelle einen klaren Kopf zu haben.

Sie konnten erst nach rund 1,5 Stunden zu den 41 Verletzten. Hat Sie das nervös gemacht?

Baum Für die Einsatzkräfte war das Warten quälend lang. Man kommt schließlich, um zu helfen, und dann geht das erstmal nicht. Zu diesem Zeitpunkt war ja immer noch alles möglich, wir wussten nicht, wie schwer die Menschen verletzt sind. Wir konnten aber über den Zugführer Kontakt zu den Menschen aufnehmen, sodass sie wussten: Sie sind nicht allein, Hilfe ist da und gleich geht es los. Die Atmosphäre bei den Helfern war sehr ruhig und professionell. Auch die Menschen im Zug waren sehr diszipliniert.

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Welche Verletzungen mussten Sie behandeln?

Baum Prellungen, Verstauchungen und Knochenbrüche. Die Menschen sind gegen Stangen, Sitze oder Scheiben gefallen. Insbesondere im vorderen Bereich waren sie schwerer verletzt.

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