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Meerbusch: Zu Fuß sicher zur Schule

Meerbusch : Zu Fuß sicher zur Schule

Durch an- und abfahrende Autos vor den Meerbuscher Schulen kommt es immer wieder zu brenzligen Situationen. Polizei und Schulen appellieren an die Eltern, die Schüler zu Fuß zum Unterricht zu schicken.

Besonders morgens sind die Straßen in Meerbusch verstopft. Einer der Gründe: Eltern wollen zur Arbeit, aber vorher noch schnell ihre Kinder in die Schule bringen. "Schon beim Info-Abend vor dem Schuleintritt sagen wir den Eltern, was wir uns von ihnen wünschen", berichtet Schulleiterin Anja Drenkelfort von der Lanker Theodor-Fliedner-Schule. Nämlich, dass die Kinder möglichst zu Fuß in Kleingruppen, anfangs eventuell begleitet von einem Elternteil, zur Schule kommen sollen. "Werden sie doch mit dem Auto chauffiert, sollten diese auf jeden Fall vor der Sackgasse, an der unsere Schule liegt, halten, um ein gefährliches Chaos zu vermeiden."

Stephanie Pieper, Rektorin der Brüder-Grimm-Schule in Büderich erzählt, dass sie immer wieder sogenannte Helikopter-Eltern beobachte, die nicht nur mit dem Auto vorfahren, sondern ihre Kinder bis in den Klassenraum begleiten. "Wir sind froh, wenn wir bis zu den Herbstferien so weit sind, dass alle Kinder spätestens am Schultor verabschiedet werden." Dabei mache es den Kindern gar nichts aus, zu Fuß zu gehen, sagt die Schulleiterin. Sie würden dadurch selbstständiger und morgens durch die frische Luft wacher zum Unterricht erscheinen.

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Um das Zufußgehen zu fördern, nehmen die Grundschulen am internationalen "Walk-to-school"-Tag teil, der offiziell am 22. September begangen wird. Der Rhein-Kreis Neuss organisiert diese Aktion vor Ort und ruft jeweils einen Wettbewerb aus. Die Kinder werden dabei über fünf Wochen befragt, wie sie zur Schule gekommen sind und wie viel Kilometer sie zurückgelegt haben. Diejenigen Schulen, die am meisten Fußgänger notiert haben, werden belohnt. "Wir waren bereits einmal Mini-Preisträger", berichtet Pieper - und die Tendenz gehe nach oben. Aber leider könne man nicht alle Eltern überzeugen.

In der Theodor-Fliedner-Schule scheint der Wettbewerb besonders gut anzukommen. Im vergangenen Jahr liefen fast alle Kinder während des Wettbewerbsmonats zu Fuß zur Schule und schafften insgesamt 6823 Kilometer. Auch die Strümper Martinusschule nimmt an den Walk-to-school-Aktivitäten teil. Um ein mögliches Gefahrenpotenzial am Mönkesweg auszuschalten, postiert die Schule jeden Morgen eine Mutter oder einen Vater als freiwilligen Schülerlotsen am Übergang über die Straße.

Außerdem sollten die Eltern mit den Kindern den Schulweg üben, weil die Kinder Gefahren oft nicht richtig einschätzen können, sagt Schulleiterin Anne Weddeling-Wolff. Auch in den normalen Unterricht werde das Thema integriert. "Wir behandeln das Positive des zu Fuß gehens zum Beispiel bei der Gesundheitserziehung", so die Leiterin der Martinusschule. Viele Kinder der Einrichtung kommen mit dem Schulbus aus Bösinghoven. "Wir plädieren dafür, dass diese Kinder zur Haltestelle zu Fuß gehen", sagt sie. Sie befürwortet auch das Fahrradtraining, das in den dritten und vierten Klassen der Grundschulen in Zusammenarbeit mit der Polizei durchgeführt wird. Das hat offensichtlich einen positiven Effekt, denn die Schüler der weiterführenden Schulen nutzen häufig das Fahrrad.

"Seit wir unsere Fahrradabstellanlagen aufgestockt haben, kommen noch mehr Kinder mit dem Rad", hat Klaus Heesen, Schulleiter der Maria-Montessori-Gesamtschule festgestellt. Um auch das Busfahren attraktiver und sicherer zu machen, nehmen alle fünften Klassen an der "Busschule" und einem Verkehrsquiz teil, das der Rhein-Kreis Neuss ausgelobt hat. "Ich wünsche mir definitiv weniger Elterntaxis", sagt Heesen.

"Wir achten in den kommenden Wochen und Monaten verstärkt im Bereich von Schulen auf das regelgerechte Verhalten von Autofahrern und Schülern zum Schutz der sogenannten "schwachen Verkehrsteilnehmer", sagt die Polizei im Rhein-Kreis Neuss. Sie appelliert an die Eltern: "Geben Sie ihrem Kind die Chance selbstständig zu werden und so die notwendige Sicherheit im Straßenverkehr zu erlangen." Nur in Ausnahmefällen sollte das Kind mit dem Auto gebracht werden. Dann sollte weit abgesetzt von der Schule geparkt werden, denn übermäßiger Verkehr vor der Schule und am Straßenrand haltende Autos erhöhen das Risiko für andere Kinder, die die Straße überqueren müssen.

(RP)