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Meerbusch: Zu Besuch in Meerbuschs Kunstateliers

Meerbusch : Zu Besuch in Meerbuschs Kunstateliers

33 Meerbuscher Künstler öffneten an diesem Wochenende ihre Ateliertüren für Gäste. Die Besucher informierten sich über Materialien, Techniken und Farbauswahl und erfuhren, dass manchmal auch die Flex zum Einsatz kommt

Romantischer geht es nicht. Die Arbeitsplätze von Svenja Neuendorf und Roland Giersch liegen mitten in einem verwunschenen Garten. Die Künstler haben im Rahmen der Aktion "Arbeitsplatz Kunst" ihr Atelier geöffnet und zeigen auf eine geräumige Fläche: "Hier lagern Holz und Stein, unsere Arbeits-Materialien." Deshalb haben die selbstständige Steinmetz- und Steinbildhauer-Meisterin und der Künstler und Landschaftsgärtner das Atelier im "Freiraum Ossum" "Stein trifft Holz" genannt. Svenja Neuendorf, mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet, bearbeitet Natursteine, fertigt aus ihnen je nach Maserung oder Form Kunstgegenstände für den Außen- und Innenbereich an: "Grobe Arbeiten mache ich mit der Flex." Aber auch klassisches Handwerkzeug wie Spitzeisen mit Fäustel kommen zum Einsatz. So entsteht Gebrauchskunst, formschön und edel.

 "Grobe Arbeiten mache ich mit der Flex", berichtet Svenja Neuendorf, die mit Roland Giersch ausstellte.
"Grobe Arbeiten mache ich mit der Flex", berichtet Svenja Neuendorf, die mit Roland Giersch ausstellte. Foto: Dackweiler, Ulli (ud)

Diese Ansprüche erhebt auch die Kunst von Roland Giersch. Mit Kettensäge und Schleifwerkzeugen schafft er anmutige Skulpturen und verhilft selbst den vom Sturm beschädigten Bäumen in gewisser Weise zum Weiterleben: "Auf Wunsch der Eigentümer mache ich aus den Stämmen Skulpturen." Der gelernte Landschaftsbauer bezeichnet sich als Lebenskünstler und liebt den Umgang mit dem Material Holz. "Das ist eine großartige Kunst", findet Helga Lepper. Die Niersterin sieht sich im Freiraum Ossum um, bedauert aber, dass die Öffentlichkeit über die Atelier-Aktion zu wenig informiert sei. Auch Marlene Biesemann aus Ilverich hat eher durch Zufall davon erfahren. Sie bewundert mit Ursula David aus Krefeld die teils abstrahiert und in unterschiedlichen Techniken erstellten Blumenbilder, die Teresa Bähr in Atelier und Garten dekorativ verteilt hat. Dazu erklärt die Lank-Latumerin, die ihre Besucher mit einem wahren Farbrausch empfängt: "Strahlende Farben sind wichtig für die Psyche." Wie die Atelierbesucher erfahren, ist sie mit und in der Natur aufgewachsen, hat schon immer gern gemalt und liebt derartig kreative Prozesse. Diese spielen auch bei den anderen, an der Aktion beteiligten Meerbuscher Künstlern, eine gewichtige Rolle. Sabine Claßen, die das Atelier "Kunstwecker" an der Kaarster Straße 18 in Osterath führt, erklärt den Entstehungsprozess ihrer Arbeiten so: "Ich möchte Formen und Farben zu einer klingenden Komposition führen. Farbflächen, die sich berühren oder überlagern, werden schließlich zu einem Bild." Die ausgebildete Fotografin und studierte Malerin gibt Begeisterung und Können in der im Atelier ansässigen Malschule für Kinder, Jugendliche und Erwachsene weiter. Thomas Cieslik, Kulturbeauftragter der Stadt Meerbusch, ist vom Erfolg der Aktion "Arbeitsplatz Kunst" überzeugt: "Die Besucher haben die Gelegenheit genutzt, mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen."

(RP)