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Meerbusch: Zu Besuch im grünen Paradies

Meerbusch : Zu Besuch im grünen Paradies

Interessierte können an vier Wochenenden private Gärten besichtigen. Morgen öffnet die Familie Wever in Ilverich ihre Gartenpforte

Von der Straße aus ist nicht immer viel zu sehen. Doch hinter Hecken, Zäune und Bäume verbergen sich oft wahre Pflanzen-Paradiese. Ein solches ist der Garten der Familie Wever in Ilverich. Das grüne Kleinod ist am kommenden Sonntag zu besichtigen - die Wevers beteiligen sich an der Aktion "Offene Gartenpforte". "Wir sind schon seit fünf Jahren dabei und gewähren seitdem an einigen Tagen im Mai, Juni und Juli Besuchern einen Einblick in unser Pflanzenreich", sagt Christian Wever.

Seit Jahren kümmert sich der Botaniker um das Kleinod seiner Eltern, Gärtnern ist seine große Leidenschaft. In dem Garten finden sich Stauden unterschiedlichster Art, darunter viele Raritäten. Seine Tätigkeit beschränkt sich aber nicht nur aufs Säen. Christian Wever züchtet auch selbst Pflanzen. Zum Beispiel hat er dafür gesorgt, dass es eine neue Sorte von Schönastern gibt. "Ich habe sie nach meinem Vater benannt, sie heißt Jürgen Wever." Die Schönastern-Sorte ist nur eine von etwa 1000 verschiedenen Arten von Pflanzen, die in dem 800 Quadratmeter großen Garten der Familie zu finden ist. Die farbenfrohe Blütenpracht fasziniert jeden, der sie sieht. In dem grünen Areal der Wevers gibt es Kräuter- und Waldbeeten. Wasserteiche, darunter ein Biotop mit Kröten und Fröschen, sind ebenfalls vorhanden. "Die Aktion ,Offene Gartenpforte' ist auch für uns Besitzer immer wieder aufschlussreich", erklärt Christian Wever. Die Gespräche mit den Besuchern vermittelten nicht zuletzt neue Sichtweisen, die zu neuen Ideen führten.

Das Interesse an der Aktion "Offene Gartenpforte" ist riesig. "Anfangs waren es nur einige Besucher, inzwischen kommen an einem Tag allein in unserem Garten bis zu 500 Leute", berichtet Christian Wever. Von 12 bis 17 Uhr ist der Garten in Ilverich am Dohlenweg 13 am Sonntag für Besucher geöffnet. "Auf Wunsch sind auch Führungen möglich."

Die Aktion "Offene Gartenpforte" geht auf eine Initiative in England aus dem Jahr 1927 zurück. Dort wurde im Andenken an Königin Alexandra der National Gardens Scheme Charitable Trust errichtet. Ziel der Aktion war es, attraktive Privatgärten an besonderen Tagen für Besucher zu öffnen und die eingenommenen Eintrittsgelder einem Hilfsfonds für die Krankenpflege zukommen zu lassen. Heutzutage gibt es in vielen Regionen Deutschlands die Aktion "Offene Gartenpforte". Sie verfolgt kein caritatives Ziel, der Eintritt in die teilnehmenden Gärten ist frei.

Im Rheinland wurde die "Offene Gartenpforte" erstmals 2002 veranstaltet. Damals konnten rund 50 Gärten im Rheinland besichtigt werden. Über die Jahre entschlossen sich immer mehr Besitzer dazu, ihr grünes Reich jeweils an einem Wochenende im Mai, Juni, Juli und September für Besucher zugänglich zu machen. Um die organisatorische Arbeit besser bewältigen zu können, ist das Bonner Amt für Stadtgrün seit dem Jahr 2006 für die Koordination im südlichen Rheinland zuständig. Die Stiftung Schloß Dyck hat gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL), mit rheinischen Gartenbauverbände sowie kommunalen Grünflächenämtern als Arbeitskreis die Koordination für das nördliche Rheinland übernommen - und damit auch für Meerbusch. Dort können in diesem Jahr insgesamt vier Gärten besichtigt werden.

Neben dem grünen Reich der Wevers beteiligt sich etwa der Schlosspark Haus Meer (Moerser Strasse 160, altes Tor gegenüber P+R Platz) an der Aktion. Bei dem Areal handelt es sich um einen englischen Landschaftsgarten von J.C. Weyhe (1807-1871), in dem es auch ein Teehäuschen und einen Eiskeller gibt. Der 5,5 Hektar große Park ist am kommenden Samstag und Sonntag jeweils von 14 bis 17 Uhr zu besichtigen.

Weitere zwei Gartenparadiese in Meerbusch werden am 13. und 14. Juni ihre Pforten geöffnet sein. Hierbei handelt es sich um den 9500 Quadratmeter großen Bauerngarten der Familie von Canstein (In der Issel 44) sowie um das grüne Areal von Martell und Dagmar Schilling (An den Linden 5).

In der Region nehmen insgesamt rund Besitzer von rund 140 Gärten an der Aktion teil - zu besichtigen sind moderne Themengärten und Parks mit altem Baumbestand ebenso wie Staudenparadiese oder Reihenhausgärten.

Wer sich vorab informieren will, kann dies im Internet unter www.offene-gartenpforte.de tun. Dort finden sich auch Hinweise, ob zum Beispiel Hunde mitgebracht werden dürfen, ob es Erfrischungen gibt oder ob das Areal auch für Rollstuhlfahrer geeignet ist.

Aus Sicht von Christian Wever ist der Besuch von Gärten immer wieder ein neues Erlebnis. Jedes Mal gibt es etwas Neues zu entdecken. Er sagt: "Faszinierend ist vor allem, wie sich das Aussehen mit den Jahreszeiten wandelt."

(RP)