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Meerbusch: Zick-Zack-Winter zerstört Meerbuschs Straßen

Meerbusch : Zick-Zack-Winter zerstört Meerbuschs Straßen

Die Frostschäden nehmen eine Gesamtfläche von voraussichtlich mehr als 2500 Quadratmetern ein. Die Stadt kann die Kosten noch gar nicht einschätzen — weil immer wieder neuer Schnee fällt

Erst kommt der Frost, dann schneit es, dann taut es – und dann geht es frostig wieder von vorne los. Der Zick-Zack-Winter 2012/13 zerstört zunehmend die Meerbuscher Straßen. Schon jetzt summieren sich die Schäden nach Listen des Fachbereichs Straßen und Kanäle allein im Gehwegbereich auf eine Fläche von circa 1800 Quadratmetern. Auf den Fahrbahnen städtischer Straßen sind bis jetzt 570 Quadratmeter schadhafter Flächen mit Rissen und Löchern festgestellt worden. Was die Stadt der Zick-Zack-Winter kostet, ist noch unklar – weil der Winter sich samt seines unangenehmen Zick-Zack-Kurses immer noch nicht aus Meerbusch verabschiedet hat.

"Solange noch Frostperioden möglich sind, können wir keinen kompletten Überblick geben", sagt Wolfgang Trapp, Bereichsleiter Straßen und Kanäle bei der Stadt Meerbusch. Zum einen deshalb, weil durch immer neue winterliche Schübe weitere Schlaglöcher durchaus möglich sind. Zum anderen, weil die Stadt gar nicht hinterherkommt, die Straßen auf eventuelle Schäden zu überprüfen – weil zuletzt immer wieder Schnee die Straßen bedeckte.

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Denn der Zick-Zack-Winter ist für Straßen "das schlimmste Wetter überhaupt", sagt der Bereichsleiter – und erklärt auch warum. Wenn es taut, dringt Wasser des aufgetauten Schnees in die Nahte ("Die Schwachstellen jeder Straße") der Wege und Straßen ein. Setzt dann Frostwetter ein, friert das Wasser und drückt das Straßenmaterial nach oben. Besonders rissig und brüchig sind die alten Teerstraßen, die vor den 70er Jahren gebaut worden sind. "Die Teerschicht war manchmal nur ein bis zwei Zentimeter dick – darunter kommt schon der festgewalzte Schotter", erklärt Trapp. Noch schlimmer ist es bei Gehwegen, wo das Wasser relativ leicht in die Plattenfugen eindringen kann.

Bei den neueren Straßen seien die Probleme nicht so gravierend. Das seit den 70er Jahren verstärkt genutzte Gemisch "Bitumen" (deutsch: Erdpech) ist 12 bis 18 Zentimeter dick und wetterresistenter. "Die können mehr ab, da gibt es höchstens an der Naht manchmal frostbedingte Schäden", erklärt Trapp.

Bis die Schlaglöcher in Meerbusch im Frühjahr (Trapp: "Wahrscheinlich erst nach Ostern") mit Heißasphalt nachhaltig saniert werden können, müssen Provisorien her. "Damit können die Gefahrenstellen, die wir finden oder uns gemeldet werden, kurzfristig behoben werden", sagt Trapp. "Das ist alles, was wir zurzeit tun können", sagt Trapp. Die Hälfte dieser Arbeiten mit sogenanntem Kaltmischgut sei erledigt. Zu den zwei Straßenkolonnen des Stadtbauhofes sollen laut Stadtsprecher Michael Gorgs ab heute noch weitere Kolonnen aus dem Grünflächenamt zur Unterstützung hinzugezogen werden.

Ein Teil der "Wackelplatten" soll sich bis dahin von selbst regulieren. Die vom Frost hochgedrückten Beläge würden sich in vielen Fällen nach dem Auftauen der darunter liegenden Schichten wieder setzen", sagt Trapp.

(RP)