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Meerbusch: Zeugnis für Meerbusch

Meerbusch : Zeugnis für Meerbusch

Die Gemeindeprüfungsanstalt Nordrhein-Westfalen nahm die Arbeit der Stadtverwaltung fünf Monate lang unter die Lupe. Ergebnis: Es gibt Licht, und es gibt Schatten.

Büderich Im Februar gibt's für die Meerbuscher Schüler Zeugnisse. Die noch junge Stadt hat ihr Leistungstestat schon im November bekommen – von der Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) Nordrhein-Westfalen. Fünf Monate lang haben die Prüfer die Stadtverwaltung auf Herz und Nieren getestet und dabei auch die Rahmenbedingungen nicht außer Acht gelassen. Demnach hat der junge Gymnasiast mit Namen Meerbusch anspruchsvolle, wohlhabende und gebildete Eltern (Bürger). Beste Voraussetzungen also, um den gestellten Aufgaben gerecht zu werden. Gleichwohl fallen die Noten für Meerbusch nicht in allen Fächern befriedigend aus. Vielleicht haben die Verantwortlichen ihr Zeugnis deshalb noch nicht herum gezeigt. In den Fächern "Sportplätze", "Spiel- und Bolzplätze" sowie beim "Flächenmanagement städtischer Gebäude" wird nämlich Nachhilfe notwendig. In diesen Bereichen sind die Leistungen unterdurchschnittlich.

Klassenprimus aller 396 Städte und Gemeinden im Land ist Meerbusch sowohl bei der "Hilfe zur Erziehung" im Jugendamt als auch bei der "Bewirtschaftung ihrer Gebäude" im Servicebereich Immobilien. Gut aufgestellt ist die Kommune auch bei den "Park- und Gartenanlagen". Allenfalls Durchschnitt repräsentieren die Aufgabenbereiche "Straßenbegleitgrün" und "Haushaltswirtschaft".

Der Rechnungsprüfungsausschuss befasst sich mit dem GPA-Bericht in seiner zusätzlich einberufenen Sitzung am Mittwoch, 16. Februar, im Verwaltungsgebäude in Büderich am Dr.-Franz-Schütz-Platz. Über die bereits erwähnten Themen hinaus kommen dann auch die Untersuchungsberichte über die "Allgemeine Datenverarbeitung" und die "Informationstechnologie" auf die Tagesordnung. Christian Staudinger-Napp von der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) hatte in seiner Haushaltsrede bemängelt, dass es den Bürgern kaum zu erklären sei, dass die Geschäftsaufwendungen im Jahr 2011 für die Datenverarbeitung bei 1 470 000 Euro und entsprechende Ausgaben für Telekommunikation bei 191 000 Euro liegen sollen. Die Kosten der Datenverarbeitung und Telekommunikation beliefen sich dann je Bildschirmarbeitsplatz auf kaum vorstellbare 4975 Euro.

Die Situation der kommunalen Haushalte habe sich weiter verschlechtert und erfordere bei der Dramatik der Finanznot ein inhaltliches Umdenken, erklärt die verantwortliche Prüferin Doris Krüger in ihrem Bericht. Vor diesem Hintergrund sei es ihr Ziel, die Kommunen zu begleiten und einen Beitrag zur Unterstützung der Konsolidierungsbemühungen zu leisten. Mit der Analyse von Potenzialen und Handlungsempfehlungen zeigen die Prüfer die Baustellen auf, die sie in Meerbusch sehen. Entsprechende Verbesserungen würden demnach jährliche Einsparungen in Höhe von 3,3 Millionen Euro ermöglichen.

Viel Zeugnisgeld für einen Gymnasiasten, der sich im Moment noch mit einer Durchschnittsnote "befriedigend" durch die Schullaufbahn kämpft.

(RP)