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Meerbusch: Zeichen der Verbundenheit

Meerbusch : Zeichen der Verbundenheit

Zur Aktion "Fliegende Kraniche" haben Meerbuscher Bürger aufgerufen, sie wollen mit der Initiative Solidarität für das Katastrophen gebeutelte Japan bekunden und den Austausch zwischen den beiden Kulturen fördern.

Rolf Beek hat rund 15 Minuten gebraucht, um einen Origami-Kranich zu falten. Winfried Schmitz-Linkweiler hat es lieber noch gar nicht probiert. "Mit meinen Händen", sagt der Künstler und zuckt die Schultern.

Setsuko Fukushima schafft es in einer Minute mit Leichtigkeit. "Übungssache", sagt die in Meerbusch lebende Japanerin. Auch Toyo Washio ist flugs im Falten des Papiers. Gemeinsam mit Konrad Mönter rufen die Vier zu einer Solidaritätsaktion für Japan auf: "Fliegende Kraniche" soll nicht nur Spenden einbringen, sondern vor allem den kulturellen Austausch fördern.

"Die Idee ist vor etwa zwei Wochen bei einer Vernissage entstanden. Spontan, ", sagt Rolf Beek, der in der evangelischen Kirche Osterath aktiv ist. "In Japan ist die Sage weit verbreitet, dass derjenige, der 1000 Kraniche faltet, einen Wunsch frei hat."

Deshalb hat die Gruppe den Versuch gemacht, möglichst viele Meerbuscher für das Falten des japanischen Symbolvogels zu begeistern. "400 Kraniche habe ich bereits von der Hauptschule in Osterath bekommen", sagt Beek und hofft, dass die Realschule nachzieht. Auch Grundschulen sind dabei.

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"Die Kraniche werden am Samstag, 16. April, auf dem Kirchplatz verteilt — bevor die japanische Pianistin Ayako Koyama mit ihren Schülern zum Benefizkonzert startet. Begleitet wird die Aktion von Pfarrer Dr. Gerhard Sass und seiner Kollegin Birgit Schniewind. "Viele Schulen haben signalisiert, Japantage zu organisieren. Dabei soll nicht das Spenden, sondern die Information über Japan im Vordergrund stehen. "Damit der Austausch besser klappt, und die Menschen sich kennenlernen", sagt Fukushima.

Auf dem Büdericher Dr.-Franz-Schütz-Platz wollen Schüler der Brüder Grimm-Schule die Plakatwand mit den Kranichen gestalten. "Wie genau das gehen soll, wissen wir noch nicht", denkt Schmitz-Linkweiler an mögliches Regenwetter. Doch das soll noch mit Georg Heuschen, Vater an der Grundschule besprochen werden. "Wir stehen mit unserer Aktion noch am Anfang", so der Meerbuscher Künstler.

Zentrale Anlaufstelle ist das Kunstkabinett Konrad Mönter am Kirchplatz. Dort können Kraniche abgegeben werden. Mönter ist noch auf der Suche nach einem Japan-Experten, der einen Vortrag halten kann. Toyo Washio weist auf die Angebote des deutsch-japanischen Clubs hin, die auch für Schulklassen zu buchen sind.

"Wichtig ist es, Verbundenheit zu zeigen", so Mönter. Beek wirbt um Unterstützung. "Wir können jede Menge Origami-Papier gebrauchen", sagt er. Schließlich sollen möglichst viele Kraniche hergestellt werden. Denn auch auf dem Handwerkermarkt im Mai sollen die japanischen Symboltiere angeboten werden.

Übrigens: Wer selber falten möchte, kann sich auf You Tube anschauen, wie es geht.

(RP)