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Meerbusch: Wohnen am Schackumer Bach

Meerbusch : Wohnen am Schackumer Bach

57 Wohneinheiten sollen im 6,8 Hektar großen Innenbereich zwischen Kanzlei und Blumenstraße entstehen. Die Politik entscheidet am Mittwoch über ein Umlageverfahren. Einige Anwohner haben Einwände.

Büderich ist als Standort für neue Wohnbebauung hochattraktiv. Während an den Gebäuden auf dem ehemaligen Sportplatzgelände an der Kanzlei noch gearbeitet wird, kündigt sich bereits das nächste Großprojekt an: Im Innenbereich des 6,8 Hektar (68 540 Quadratmeter) großen Gebiets zwischen Dülsweg, Kanzlei, Moerser Straße und Blumenstraße sollen 17 Einzelhäuser und 40 Doppelhaushälften entstehen.

Es ist eines der größten Neubauprojekte in der jüngeren Geschichte Büderichs. Der durch das Areal fließende Schackumer Bach soll auf einer Strecke von 370 Metern renaturiert und zum "grünen Erlebnisraum" werden. Titel des seit Jahren vorbereiteten Projekts: "Wohnen auf der Gasse" ("Gasse" ist eine alte Ortsbezeichnung für diese Gegend).

Kommende Woche wird der Planungsausschuss das nötige Umlageverfahren voraussichtlich auf den Weg bringen (Mittwoch, 17 Uhr, Bürgerhaus Lank). Dann würde die Stadt mit Anwohnern über den Erwerb von Grundstücken durch Kauf, beziehungsweise Tausch verhandeln. Zurzeit befinden sich in dem Gebiet Gärten und Kleingärten, Felder, ein Tennisplatz, diverse Bäume, Gewächshäuser und die Betonrinne des sporadisch Wasser führenden Bachlaufs. Der Stadt gehört weniger als ein Fünftel der Fläche, der Rest ist in privater Hand.

Einige Anwohner haben im Vorfeld schriftlich Bedenken gegen das Projekt geäußert. Eine an der Blumenstraße wohnende Familie kritisiert beispielsweise, dass ein 100 Quadratmeter großes Stück ihres Gartens einer Erschließungsstraße weichen soll: "Wir haben dann eine Straße direkt hinter dem Haus und zahlen dafür auch noch Anliegerbeiträge".

Auf die Besitzer der Felder kommen durch die Verlagerung ihrer Arbeit auf Ersatzflächen tiefgreifende — und möglicherweise existenziell bedeutsame — Veränderungen zu. Wie diese genau aussehen werden, ist allerdings noch nicht abzusehen.

Die Verwaltung hat die Einwendungen größtenteils zurückgewiesen und verweist auf das anstehende Umlegungsverfahren. "Das Projekt bedeutet keine Existenzgefährdung für die Landwirte, da sie Ausgleichsflächen bekommen", so Stadtplaner Ulrich Hüchtebrock. Planungsänderungen soll es nicht geben.

"Das städtebauliche Ziel ist vernünftig", unterstrich CDU-Chef Werner Damblon. Eine breite Mehrheit aus CDU, SPD und FDP stimmte im November im Planungsausschuss der Argumentation der Verwaltung gegenüber den Einwendern zu.

Die Stadt rechnet mit 1 045 000 Euro Kosten für die Erschließung des Geländes, dabei sollen allein 200000 Euro auf die Renaturierung und Bepflanzung des Bachlaufs entfallen.

(RP/rl)