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Meerbusch: Wirtschaftskrimi zum Jubiläum

Meerbusch : Wirtschaftskrimi zum Jubiläum

Die Emil Büker Rohrtechnik GmbH aus Lank-Latum feiert 25-jähriges Bestehen. Nach dem Tod ihres Mannes erbte Anna-Luise Büker die Firma und erlebte aufregende Wochen und Monate.

Anna-Luise Büker lässt sich die Butter nicht so leicht vom Brot nehmern. Als ihr Mann vor 18 Monaten starb, stand die studierte Pädagogin vor der Frage, was mit der Emil Büker Rohrtechnik GmbH geschehen soll. Dass die Pensionärin in der Folge noch einmal tief ins Berufsleben, in Verkaufsverhandlungen, Personalfragen eintauchen und auch persönlichen Enttäuschungen erleben würde, ahnte sie zu dem Zeitpunkt nicht. Für die ehemalige Lehrerin, die sich gesellschaftlich und politisch stets engagiert hatte, begannen intensive Wochen und Monate.

Am 7. November will die Gesellschafterin nun mit Mitarbeitern, Kunden und Freunden anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Unternehmens in Lank-Latum in den Geschäftsräumen das Erreichen eines wichtigen Etappenziels feiern.

Nach dem Tod von Emil Büker schlug sich die Erbin mit dem Gedanken, die Firma zu verkaufen. Voraussetzung sollte allerdings sein, dass alle Mitarbeiter übernommen werden und ihre Arbeitsplätze behalten können. "Genau das wurde zum Problem. Interessenten wollten sich von den älteren Kräften trennen", berichtet Anna-Luise Büker. Erstens sei sie selbst alt, und zweitens gehe dadurch viel an Erfahrung und Wissen verloren, erklärt sie, warum sie letztlich die Angebote ausgeschlagen habe.

Zur großen Enttäuschung geriet der Versuch, das Unternehmen zwei Mitarbeitern zu überlassen, sagt sie. "Es schien alles klar, aber dann sah der Vertrag anders aus als zuvor vereinbart", schildert die Meerbuscherin die Ursache ihres Ärgers. Ihr Mentor riet ihr, aufmerksam zu sein. Und Anna-Luise Büker schöpfte nach eigenen Angaben bei dem ein oder anderen Zwischenfall Verdacht, dass nicht alles mit rechten Dingen zugehe. Doch offenbar wird ihre Firma und ihre Person im geschäftlichen Umfeld sehr geschätzt, denn sie bekam unwiderlegbare Hinweise, dass ihre Mitarbeiter ein Konkurrenzunternehmen haben im Handelsregister eintragen lassen, noch während sie bei Büker Rohrtechnik in Lohn und Brot standen. Die Palastrevolution wurde niedergeschlagen. Noch sei der Wirtschaftskrimi aber nicht beendet, berichtet Anna-Luise Büker.

Ihr Blick geht allerdings nach vorn. Mittlerweile habe sie einen neuen Technischen Leiter angestellt. Manfred Bauer (44) aus Ossum-Bösinghoven kümmert sich seit vorigem Monat um die Entwicklung der Firma. Für einen Kunden in Sachsen hat der Meerbuscher — damals noch für seine alte Firma in Mönchengladbach — eine innovative Lösung gefunden, die mit dem Umweltförderpreis des Landes belohnt worden ist.

Neben allen möglichen Geräten zur Bearbeitung von Rohren zählt die Brennertechnik zu den Geschäftsfeldern, auf denen die Büker Rohrtechnik aktiv ist. "Viele Kunden sitzen in China und Indien", berichtet Anna-Luise Büker. Der Markt dort entwickele sich prima. Sie sehe optimistisch in die Zukunft, zumal sich aus den Verkaufsgesprächen neue Geschäftskontakte und mögliche Kooperationen ergeben hätten.

(RP/rl)