Meerbusch: "Wir lehnen den Konverter ab"

Meerbusch: "Wir lehnen den Konverter ab"

Fast alle Anwohner des geplanten Großbauwerks haben eine Einwendung an die Bundesnetzagentur geschickt. Wie viele es genau sind, will die Aufsichtsbehörde nach Ende der Einspruchsfrist mitteilen. Die endet morgen.

Amprions Konverter-Plan elektrisiert die Meerbuscher. Dutzendweise gehen bei der Bundesnetzagentur zurzeit die Bürger-Einwendungen gegen das 390-Millionen-Euro-Projekt ein. Morgen endet die Einspruchsfrist gegen den "Netzentwicklungsplan Strom 2012". Er sieht eine Konverterstation auf 100 000 Quadratmeter Grundfläche im Bereich zwischen Krefeld und Köln vor. Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion hat sich bereits auf Osterath als Standort festgelegt; alle anderen möglichen Alternativen erfüllten wesentliche Voraussetzungen nicht. Der Meerbuscher Stadtrat lehnt den Bau in Osterath in einer Resolution ab.

Andrea Meyer: "Wir wohnen am Hohlenweg, haben vor neun Jahren ein Haus gebaut. Jetzt mache ich mir Sorgen um die Gesundheit unserer beiden Kinder, wenn der Konverter kommt.". Foto: Dackweiler, Ulli

Die bislang erreichte Zahl an Einwendungen aus Meerbusch wollte die Behörde am Mittwoch auf RP-Anfrage nicht nennen. "Wir geben keine Wasserstandsmeldungen ab", erklärte eine Sprecherin. Die Zahl werde man erst nach Ende der Einspruchsfrist nennen. Bei einer Versammlung der "Initiative gegen den Doppelkonverter Osterath" vor neun Tagen hatte ein Referatsleiter der Bundesnetzagentur erklärt, die Zahl der Einwendungen aus Osterath liege im dreistelligen Bereich. Die Bundesnetzagentur kündigte an, alle Einwendungen auf ihrer Internetseite www.netzausbau.de zu dokumentieren, sofern die Einwender damit einverstanden sind. Die Einverständniserklärung sollte der Einwendung beigefügt sein.

Louis Splissenbach: "Ich bin für die Energiewende, habe selbst lange bei RWE gearbeitet. Mich ärgert die Informationspolitik von Amprion. Der Konverter gehört nicht ins Wohngebiet.". Foto: Dackweiler, Ulli

Der massive Widerstand gegen die Osterather Großanlage findet besonders im sozialen Netzwerk Facebook seinen Ausdruck. In der Gruppe gegen den Konverter sind bereits 2300 Meerbuscher organisiert. Mittwoch wurde dort noch einmal die Werbetrommel für weitere Einwendungen an die Bundesnetzagentur gerührt.

(RP/ac)
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