1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Wie die Wähler in den Meerbuscher Hochburgen der Parteien abstimmten

Landtagswahl Meerbusch : Wie die Wähler in den Meerbuscher Hochburgen der Parteien abstimmten

Analyse Der Ausgang der Landtagswahl in Meerbusch folgt dem Landestrend. Trotzdem gibt es Besonderheiten. So liegt die Wahlbeteiligung klar über dem NRW-Schnitt. Und auch die FDP schneidet hier etwas besser ab.

Der Strümper und NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper, der am Sonntag mit knapp 45 Prozent der Erststimmen seinen Wahlkreis zum vierten Mal verteidigte, wertet das Ergebnis als „deutlichen Regierungsauftrag“: Wenn nun auch eine andere Perspektive gewählt worden sei, rufe das Ergebnis „nach einer CDU-geführten neuen Regierung“. Ob Schwarz-Grün oder ein Jamaika-Bündnis – Lienenkämper sieht seine Partei jetzt in der Verantwortung, dem Auftrag der Wähler so nachzukommen, „dass wir nachhaltig erfolgreich regieren“. Der Wahlkampf sei ein Mannschaftsspiel gewesen; hier hätten alle loyal zusammengearbeitet – auch im Heimat-Wahlkreis des 52-Jährigen.

Das SPD-Ergebnis auf Landesebene wertet SPD-Kandidat Marcel Knuppertz als Klatsche. Der Korschenbroicher hatte im Wahlkreis 47 (Rhein-Kreis Neuss III) 22,4 Prozent der Stimmen erhalten. „Ich freue mich jedenfalls über die Ergebnisse vor Ort“, hatte er am Sonntagabend mit Blick auf seine Heimatstadt Korschenbroich gesagt. Eine Chance, in den Landtag einzuziehen, hat Knuppertz nicht: „Dass ich auf Listenplatz 118 stehe, ist natürlich überhaupt nicht schön.“

  • Schaffte den Einzug in den Landtag
    Reaktionen zur Landtagswahl : So bewerten Korschenbroicher die Wahl
  • Zwei Wählerinnen fahren in Duisburg mit
    AfD-Erfolg nur ein Beispiel : Wo Duisburg besonders extrem gewählt hat
  • So sehen Sieger aus: Der alte
    Landtagswahl 2022 in Neuss : Deutlicher Wahlsieg der CDU in Neuss

Zufrieden zeigt sich der Grüne Simon Rock über 19,37 Prozent der Meerbuscher Erststimmen. „Meine Erwartungen wurden übertroffen, meine Hoffnung wurde erfüllt.“ Das Ergebnis erklärt er sich mit der „guten Performance der grünen Minister“ und nicht zuletzt mit enormem Rückenwind aus der Bundespolitik. Enttäuscht zeigte sich dagegen FDP-Kandidat Simon Kell (7,59 Prozent der Erststimmen in Meerbusch), der an seinem 30. Geburtstag gerne kräftiger gefeiert hätte. Vor allem das Landesergebnis habe man sich deutlich besser vorgestellt.

 Mit 64,7 Prozent lag die Wahlbeteiligung in Meerbusch deutlich über dem NRW-Landesschnitt von etwas mehr als 55 Prozent. Bei den Zweitstimmen kam nach Auszählung aller Meerbuscher Bezirke die CDU im Stadtgebiet auf 43,69 Prozent, die Grünen liegen mit 19,41 Prozent auf Platz 2, gefolgt von den Sozialdemokraten, die in Meerbusch 18,2 Prozent erzielten. Deutlich schlechter als bei früheren Wahlen schnitt die FDP ab, sie verblieb mit 9,37 Prozent im einstelligen Bereich. AfD (3,34 Prozent) und Linke (1,01 Prozent) blieben jeweils deutlich unter fünf Prozent. Wie im Land profitierten vom deutlichen Rückgang bei den Liberalen vor allem die Grünen, die zweistellig zulegten und (etwas weniger deutlich) auch die CDU.

Ihr bestes Ergebnis in den Meerbuscher Stadtteilen erzielten die Christdemokraten in Ilverich, nur dort kam sie mit 52,43 Prozent der Zweitstimmen über die 50-Prozent-Marke. Den geringsten Stimmenanteil verzeichnete sie in Osterath mit 39,08 Prozent. Große Unterschiede gab es auch bei den Sozialdemokraten, hier reicht der Spannweite von 11,01 Prozent in Langst-Kierst bis zu 21,99 Prozent in Ossum-Bösinghoven. Bei den Grünen liegen die Ergebnisse nicht ganz so weit auseinander. Die meisten Zweitstimmen erzielte die Partei mit 23,9 Prozent in Langst-Kierst, auf 16,07 Prozent brachte sie es im Stadtteil Ossum-Bösinghoven.

An die Prozentzahlen bei dieser Wahl mussten sich viele Liberale erst noch gewöhnen. Besser als im NRW-Schnitt fielen die Meerbuscher Ergebnisse aber auch dieses Mal aus. Auf zweistellige Werte kam die FDP in Langst-Kierst (11,01 Prozent), in Büderich (10,65 Prozent) sowie in Strümp (10,39 Prozent). Blickt man auf die Kommunalwahlbezirke, gab es die meisten Zweitstimmen für die CDU und die FDP in Meererbusch (56,05 bzw. 16,22 Prozent), für die SPD in der Böhlersiedlung (29,4 Prozent) und für die Grünen in Giesenend (24,21 Prozent).