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Armin Pongs: "Wer liest, ist wacher und aktiver"

Armin Pongs : "Wer liest, ist wacher und aktiver"

Im Vorfeld der Halbjahreszeugnisse erklärt der Autor, warum das Lesen für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern so wichtig ist.

Armin Pongs ist 1968 in Rheydt geboren, als "Sandwichkind" einer Lehrerfamilie. Sein Kindheitstraum war es, Forscher zu werden. Doch es kam anders: Heute hält der Kinderbuchautor schon seit zehn Jahren Lesungen für Kinder und hat dabei mehr als 1200 deutsche Grundschulen besucht - darunter mehrere in Meerbusch. Am 26. Februar kommt Pongs auf Einladung des Meerbuscher Kulturkreises (MKK) in die Städtische Gemeinschaftsgrundschule Wienenweg und liest aus seinem neuen Buch vor, das gerade erschienen ist.

Sie haben 366 Geschichten geschrieben, die in den nächsten Jahren in zwölf nacheinander erscheinenden Büchern zu lesen sein werden. Was ist der Hintergrund zu diesem Projekt?

Pongs Jede Geschichte spielt an einem anderen Ort, behandelt ein neues Thema, ist spannend und informativ und macht Lust aufs Lesen. Damit will ich erreichen, dass Eltern ihren Kindern und Lehrer ihren Schülern täglich vorlesen. Kinder für das Lesen zu begeistern, ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit.

Warum ist das Lesen für Kinder so wichtig?

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Pongs Lesen ist die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben. Wer liest, ist wacher und aktiver. Das gilt auch im digitalen Zeitalter.

Wie ist es um die Lese- und Schreibfähigkeit in Deutschland bestellt?

Pongs Es gibt gewaltige Unterschiede. Die Schere geht bereits innerhalb einer Klasse weit auseinander. Ich lerne Acht-, Neun- oder Zehnjährige kennen, die bisher kein einziges Buch gelesen haben. Andere in der gleichen Klasse lesen regelmäßig, kennen beispielsweise alle sieben Harry-Potter-Bücher.

Warum gibt es so große Unterschiede?

Pongs Die Ursache für das Nichtlesen ist unter anderem im Elternhaus zu finden, wo Kinder vor dem Fernseher, der Spielkonsole oder dem Tablet vereinsamen. Es gibt leider Eltern, die ihren Kindern weder vorlesen, noch ihnen viel Zeit schenken. Das wirkt sich zum Teil fatal auf die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes aus.

Wie sollte darauf reagiert werden?

Pongs Kinder aus sozial- und bildungsschwachen Familien müssen früher gefördert werden. Wertevermittlung und Aneignung der Sprache sollten vor der Einschulung geleistet werden. Nur so können die Grundschulen ihren Kernaufgaben, die Vermittlung von Lesen, Schreiben und Rechnen, nachkommen. Wir brauchen gut ausgebildete und hoch motivierte Lehrer. Hier ist die Politik aufgerufen, mehr Geld in die Bildung zu investieren. Es wird an der falschen Stelle gespart. Aber eine Gesellschaft, die nicht alles in eine gute Bildung der Kinder setzt, hat keine große Zukunft.

Sie malen ein düsteres Bild.

Pongs Ich blicke nicht pessimistisch in die Zukunft. Ich nenne beim Namen, was in meinen Augen schiefläuft und setze mich dafür ein, dass mehr Zeit und Energie in die Leseförderung gesteckt wird. Mit meinen Lesungen versetze ich jeden Tag Kinder ins Lesefieber. Gleichzeitig bekomme ich viel positive Energie zurück. Nichts macht mir mehr Spaß, als das Vorlesen und die Arbeit mit Kindern.

MONIKA GÖTZ FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

(RP)