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Meerbusch: Wer kauft die Luxus-Villen?

Meerbusch : Wer kauft die Luxus-Villen?

In der noblen Villenkolonie Alt-Meererbusch kündigt sich ein Besitzerwechsel großen Stils an. Mehr als 40 Objekte im Gesamtwert von rund 65 Millionen Euro stehen laut Internetportal Immobilienscout aktuell zwischen Hildegundisallee, Hindenburg- und Ahornstraße zum Verkauf.

Darunter sind architektonische Schmuckstücke wie die hochherrschaftliche Villa Fleur von 1910: Ein imposanter Acht-Zimmer-Bau mit 415 Quadratmeter Wohnfläche in einem großzügigen 2850 Quadratmeter-Park-Grundstück, der für 2,79 Millionen Euro zu haben ist. Teuerstes Objekt ist ein Villenanwesen mit 7700 Quadratmeter Fläche, das noch Platz zum Bau von vier weiteren Häusern bietet. Preis: 5,1 Millionen Euro.

Größter Posten ist ein Paket aus gleich 24 (vermieteten) Villen. Als Kaufpreis werden dafür 28,5 Millionen Euro angepeilt. Die Häuser sind luxuriös ausgestattet: Parkett oder Marmorböden, Kamine, exklusive Einbauküchen und Designerbäder gelten in diesen Teil von Meerbusch als Standard.

"Ein solches Angebot in dieser Form hatten wir noch nie", sagt Nadine Baum, Geschäftsführende Gesellschafterin bei Fohrer-Immobilien, die das Paket für zwei Eigentümer vermarktet.

Die Maklerin sucht nun solvente Privatinvestoren oder institutionelle Anleger. Es habe bereits diverse Anfragen gegeben, eine sogar aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. "Für Investoren ist das Angebot zum einen wegen der steigenden Bodenrichtwerte interessant, zum anderen wegen der hervorragenden Vermietbarkeit. Alt-Meererbusch gilt als top Villengegend vor Düsseldorf", erläutert Nadine Baum. Die Häuser können auch einzeln erworben werden.

Die Immobilien stammen aus den Jahren 1997 bis 2007. Das kleinste Objekt hat eine Wohnfläche von immer noch 151 Quadratmetern, das größte von 725 (hinzu kommt noch ein großzügiger Privatpark, versteht sich). Allein für letzteres Anwesen winkt dem Eigentümer eine Netto-Jahresmiete von weit über 100 000 Euro.

Während der Finanzkrise waren die Preise in Alt-Meererbusch stark gefallen, die Zahl der zum Verkauf stehenden Villen ging auf eine Handvoll zurück. Angesichts (noch) relativ niedriger Zinsen und der Angst vor einer Inflation scheint sich das Blatt inzwischen zu wenden — sofern sich genug gut betuchte Käufer finden. Das Niveau der Zeit vor der Krise haben die erzielbaren Verkaufserlöse aber auch in Meererbusch bei weitem nicht wieder erreicht. "Die Käufer sind heute sehr preissensibel, auch bei Luxus-Immobilien", ist der Eindruck von Makler Michael Maus (Dirk Becker Immobilien).

(RP)