1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Meerbusch: Welches Lied an Heilig Abend?

Meerbusch : Welches Lied an Heilig Abend?

Zum besinnlichen Weihnachtsfest gehören sie dazu wie die Geschenke zur Bescherung: gefühlvolle Lieder übers Christkind, hellen Glockenklang und tief verschneite Tannenwälder.

Die Auswahl ist allerdings riesengroß. Was also singen? Wir haben Johannes Maria Strauss, Kirchenmusiker der der Büdericher katholischen Gemeinde St. Mauritius und Heilig Geist — und versierter Chorleiter — um eine Einschätzung gebeten.

Geistliches Liedgut mit viel Swing kommt gut an: Der M&R Jazz- und Gospelchor bei einem Auftritt im Lank-Latumer Forum Wasserturm. Foto: ARCHIV

"An den Tagen vor Heilig Abend ist O du fröhliche der jubelnde Abschluss der Gottesdienst-Feiern", sagt Strauss: "Das kann praktisch jeder richtig gut mitschmettern". Bei den übrigen Liedern in der Kirche müsse man nach den Zielgruppen unterscheiden. Absoluter Hit bei den Kindern sei das aus Spanien stammende Zumba, zumba, welch ein Singen, dicht gefolgt von Stern über Bethlehem — auch Klassiker wie Alle Jahre wieder oder Ihr Kinderlein kommet kommen beim Nachwuchs immer noch sehr gut an.

Bei den Erwachsenen liegen nach Beobachtung des Büdericher Kirchenmusikers Zu Bethlehem geboren und Nun freut euch, ihr Christen in der Gunst weit vorne. Danach folgen Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich und In dulci jubilo. Die Swing-Fassung von "Menschen, die ihr war't verloren", sei in den Swinging-Christmas-Konzerten schon seit sechs Jahren ein Hit.

Vom Himmel hoch, da komm ich her biete sich wegen seines erzählenden Textes gut für ein vollständiges Singen während der Feiertage an. Verhalten, aber je nach Gottesdienstbesuch sehr wertvoll, sei Es ist ein Ros entsprungen. Bei Erde singe, dass es klinge habe man im Lauf der Jahrzehnte sieben Strophen gestrichen. Strauss bedauert das, da diese "in wunderbaren Bildern die Thematik von 'Krippe und Kreuz' nachzeichnen". "Ich bemühe mich, diese Strophen über Liedzettel wieder ins Gedächtnis zu rufen". Die Lieder finden sich alle im "Gotteslob", dem katholischen Gebet- und Gesangbuch. Über diese Auswahl hinaus beliebt seien Kommet, ihr Hirten und Freu dich, Erd und Sternenzelt sowie das in vielen verschiedenen Textfassungen verbreitete Engel haben Himmelslieder mit seinem Gloria-Refrain.

Noch breiter sei die Auswahl für die Chöre. Diese Stücke werden in der Regel allerdings nur von den geübten Sängern zu Gehör gebracht. So singe das Mettenchörchen in der späten Christmette heute zum Beispiel Noël, c'est l'amour und Lasst und lauschen, heilige Engel. Beim Festhochamt am ersten Feiertag dürfe der Kirchenchor mit seinem Transeamus usque Bethlehem nicht fehlen.

Strauss persönlich sind zwei weitere Lieder wichtig, die er aus seiner saarländischen Heimat kennt: Ursprünglich aus Köln (1599) stammend finde sich im Trierer Eigenteil des "Gotteslob" das Lied Nun seid fröhlich, überselig, Christus ist geboren, das dort fester Teil der Gottesdienste ist. Und dann sei noch das stille Entre le buf et l'âne gris ("Zwischen Ochs und Esel grau") erwähnt, das zeigt, dass weihnachtliche Musik nicht nur aus jubelnden Engelchören, sondern auch aus stiller Betrachtung des Jesuskindes besteht — ähnlich wie bei "Es ist ein Ros entsprungen".

Außer Konkurrenz läuft Stille Nacht, heilige Nacht. Ein Lied, das alle heutigen Gottesdienste beschließt und einzig dem Heiligen Abend vorbehalten ist.

(RP/rl)