1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Meerbusch: Welcher Name für Meerbusch?

Meerbusch : Welcher Name für Meerbusch?

Diskussion im Landtag: Bald könnten sich NRW-Kommunen zusätzliche Ortsbezeichnungen zulegen. Die RP stellt schon einmal Vorschläge für Meerbusch zusammen. Auch Leser sind eingeladen, Ideen einzubringen.

Grevenbroich ist die selbsternannte "Bundeshauptstadt der Energie", das verschlafene Bonn firmiert als "Bundesstadt" — und Meerbusch? Rechtlich könnte die Stadt im Grünen möglicherweise bald "Stadt im Grünen" auf ihre Ortseingangsschilder pinseln lassen. Oder auch etwas Originelleres. Der Landtag diskutiert gerade darüber, den NRW-Kommunen zu erlauben, zum amtlichen Ortsnamen eine Zusatzbezeichnung zu stellen. Die Idee hat gewisse Chancen bereits im November Realität zu werden.

Sollte es so kommen, steht Meerbusch eine interessante Diskussion bevor, in die sich sicher auch viele Bürger mit Ideen einschalten wollen. Wie sollte sich die Stadt nennen, welches Merkmal macht sie unverwechselbar?

Fragt man Außenstehende, so ist es das Geld. Mehr Einkommensmillionäre pro 10 000 Einwohner als zwischen Büderich und Bösinghoven gibt es nirgendwo in NRW. Was läge da näher als sich "Stadt der Millionäre" zu nennen? Das würde sicher den ohnehin schon hohen Immobilienwert weiter heben, könnte aber andererseits auch Einbrecher anziehen. Angesichts der Vorliebe für PS-starke Fahrzeuge könnte man auch mit einem Augenzwinkern von der "Hauptstadt der SUV" sprechen.

Erfahrungsgemäß dürfte sich die Politik eher auf das kulturelle Erbe der Stadt konzentrieren. Nachdem die Kommune bereits ein Gymnasium nach ihrem bekanntesten Künstler benannt hat, könnte sie sich mit Fug und Recht auch "Mataré-Stadt" nennen. Auch "Erwin-Heerich-Stadt" wäre noch frei.

Das würde allerdings die Sportler außen vor lassen, die im Ort ja über einen traditionell starken Anhang verfügen. Die müssten sich nur einigen. "Heimat des FCB" versprüht zwar Lokalkolorit und wird am Eisenbrand die Herzen höher schlagen lassen — dürfte aber in Bösinghoven auf eine starke Fraktion treffen, die "Heimat des TuS" bevorzugt. Und Osterath, Lank, Strümp und Nierst haben ja auch noch ein Wörtchen mitzureden.

Wie wäre es mit Brauchtum? Wenn man schnell genug mit der Entscheidung ist, könnte die Stadt anderen rheinischen Frohsinns-Kommunen den sicherlich heiß begehrten Ortsschild-Zusatz "Karnevalshochburg" vor der Nase wegschnappen. Vielleicht fällt aber auch den Meerbuscher Schützen etwas Treffendes ein?

Als Kompromiss wäre eine Respektsbezeugung gegenüber der neuen Partnerstadt in Nippon denkbar. Warum also nicht den Stadtnamen auch in japanischen Schriftzeichen an den Ortseingang stellen? Das dürfte für Schlagzeilen bis nach Südostasien sorgen.

Welchen Vorschlag haben Sie für die Meerbuscher Ortsschilder? Schicken Sie uns Ihre Ideen per Mail an redaktion.meerbusch@ rheinische-post.de oder per Fax an 0211-5052394.

(RP)