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Meerbusch: Weitblick hoch über Ilverich

Meerbusch : Weitblick hoch über Ilverich

Wie sieht die Flughafenbrücke innen aus? Diese Frage stellt sich beim Überfahren normalerweise nicht. Die seltene Gelegenheit, der Sache auf den Grund zu gehen, hatten 20 Männer und Frauen aus der Region.

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens von Straßen.NRW wurde die Aktion "Ilverich bei Nacht" ins Leben gerufen. 20 Teilnehmer treffen sich zunächst mit zehn Mitarbeitern von Straßen.NRW auf der anderen Rheinseite, um gemeinsam zum Brückeneingang zu fahren. Vorher gibt es noch wichtige Sicherheitsinstruktionen: So müssen während des gesamten Aufenthalts Schutzhelme getragen werden. Außerdem darf niemand ohne Gurt und Handschuhe auf die Spitze des Pylons.

An der Brücke angekommen, führt der Weg über zwei Treppen ins Innere — man sieht an den Hinterlassenschaften, dass sich Tauben hier wohl fühlen. Nach etwa 500 Metern Fußweg zur Brückenmitte haben die Verantwortlichen von Straßen.NRW etwas Besonderes vorbereitet: Inmitten von Stahlkonstruktionen, Schrauben und Seilen stehen Bänke, Beamer, Leinwand und sogar Getränke. Gezeigt wird hier der Film des Brückenbaus. Brückenbauingenieur Gerhard Hammer erläutert dabei Wissenswertes.

Danach haben die Mitarbeiter ein offenes Ohr für Fragen. Ist die Brücke erbebensicher? Anlässlich der jüngsten Katastrophen eine berechtigte Frage. Hier bestehe kein Grund zur Sorge, so Hammer. Die Flughafenbrücke sei so ausgelotet, dass sie Erbeben ohne Schaden überstehe.

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Anschließend beginnt der Aufstieg zur Spitze des Pylons. Die Stimmung in der ungewöhnlichen Atmosphäre ist freudig angespannt. Wie oft hat man schließlich die Chance, im Inneren eine Brücke zu erklimmen? Ohne größere Schwierigkeiten schaffen alle den doch engen Aufstieg und versammeln sich in der Querstrebe des Pylons. Aus Sicherheits- und Platzgründen dürfen nur je fünf Teilnehmer auf einmal auf den höchsten Punkt.

Hier sind sie schier sprachlos. Über das abendliche Meerbusch mit seinen Stadtteilen sieht man Uerdingen, auf der anderen Rheinseite den beleuchteten Flughafen. RP-Fotograf Boris Schmidt: "Hier oben herrscht eine super Stimmung. Ich bin begeistert von dem Ausblick, so wie alle anderen hier."

Wieder unten angekommen hält der Medienbeauftrage von Straßen.NRW, Norbert Cleve, noch für jeden der Teilnehmer eine DVD mit dem Brückenfilm bereit. Doch warum wurde gerade die Ilvericher Brücke für die Aktion ausgewählt? "Sie ist verkehrsgünstig gelegen, man muss keine großen Sicherheitsvorkehrungen und Absperrungen tätigen, um ins Innere zu gelangen.

Außerdem ist es einfach und sicher in die 34 Meter hohen Pylone zu gelangen — und das für fast jede Altersklasse", erklärt Verkehrssachgebietsleiter Hermann Böse. Zum Abschluss der Veranstaltung hagelt es Lob von allen Seiten für Böse und seine Kollegen. Niemand hatte vorher eine Ahnung, wie weitläufig das Innere der Flughafenbrücke ist. Und alle sind sich einig: Dieses kleine Abenteuer sollte wiederholt werden.

(RP)