Meerbusch: WBM investieren eine Million Euro

Meerbusch : WBM investieren eine Million Euro

Sechs Wasserrohrbrüche in vier Tagen: Austausch dauert einige Jahre.

Nach den vier Wasserrohrbrüchen vom Wochenende, bei denen insgesamt 32 Häuser über mehrere Stunden ohne Wasser waren, mussten Wirtschaftsbetriebe (WBM) und Feuerwehr noch einmal zu zwei Einsätzen ausrücken: Am Montag um 20 Uhr trat Wasser aus Rohren an der Fischelner Straße in Bösinghoven, ein paar Stunden später, in der Nacht zu gestern, um 1.40 Uhr an der Straße "Am Weilerhof" ebenfalls in Bösinghoven aus.

Mittlerweile steht die Ursache für diese Häufung an Rohrbrüchen fest: Eine von 40 Steuerplatinen im Lanker Wasserwerk war defekt. Denn den Technikern war klar, dass Ursache dieser vielen Rohrbrüche keine normale "Ermüdungserscheinung" der Rohre gewesen sein konnte, sondern dass es sich um einen Fehler im System handeln müsste.

Normalerweise, so die Erklärung der Techniker, weise das Netz einen Druck von 4,7 bar auf. Wegen der defekten Platine aber wurde trotz des erreichten Drucks weiterhin Wasser ins Netz gepumpt. So sei es zu einem Druckanstieg von mehr als 5,5 bar gekommen, hieß es in der Mitteilung der WBM. Die Folge: Die Wasserleitungen konnten dem Druck nicht mehr standhalten und brachen auf, das ausgetretene Wasser habe dann für einen Druckabfall gesorgt.

WBM-Geschäftsführer Albert Lopez: "Das war ein ungewollter Stresstest. Nicht schön, aber jetzt haben wir die Schwachstellen eruiert und können entsprechend reagieren." Rainer Scharl, Leiter der technischen Abteilung: "Mittlerweile ist die Ursache behoben und ist die Platine ausgetauscht, so dass wieder ein konstanter Druck im Wassernetz gegeben ist." Das Steuerungssystem für das Wassernetz sei jetzt so programmiert, dass es bei einem Grenzwert automatisch abgeschaltet wird.

Die WBM wollen in den nächsten Jahren alle älteren Wasserleitungen austauschen. Allein in diesem Jahr werden die Wirtschaftsbetriebe - die sich im Übrigen ab dem nächsten Jahr Stadtwerke nennen - rund eine Million Euro in ein neues Rohrleitungssystem investieren. Schwerpunkte sind zuerst Leitungen in Büderich und in Osterath, danach dann in Lank und Strümp.

Darunter seien dann auch die Rohrleitungsabschnitte "Auf der Gath" und "Mönkesweg", bei denen am Wochenende Wasser ausgetreten war.

Der erste Rohrbruch war in der Nacht zu Sonntag am Mönkesweg in Strümp gemeldet worden. Vier Häuser waren betroffen. Einige Stunden später dann wieder Alarm von der Rottstraße in Lank, neun Häuser waren für einige Zeit ohne Wasser. Sonntag um 13 Uhr war dann die Leitung "Auf der Gath" geborsten, wieder waren vier Häuser betroffen.

Aber: Die Instandsetzung dauerte in dem Fall bis 21.30 Uhr, weil eine Hauptwasserleitung defekt war. 20 Lanker Haushalte waren am Sonntag von dem vierten Rohrbruch des Wochenendes in Mitleidenschaft gezogen: An der Wasserstraße strömte ebenfalls Trinkwasser aus, die Arbeiten dauerten bis 21 Uhr.

Die Wirtschaftsbetriebe, die sich für alle Unannehmlichkeiten entschuldigen, gehen nach eigenen Angaben jetzt davon aus, dass es zu keinen weiteren Störungen im Wassernetz kommt.

(RP)
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