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Was Meerbusch für Radfahrer bietet

Thema Radfahren in Meerbusch : Berufspendler wollen zügige Radrouten

Die Umsetzung des Radwegekonzepts der Stadt Meerbusch kommt gut voran. Für Freizeitradler bietet die Stadt viel. Aber es gibt auch noch Schwachstellen, an denen Radfahrer ausgebremst werden.

Ein beleuchteter Radweg zwischen Strümp und Büderich. Das wäre besonders in der dunklen Jahreszeit für Radpendler eine sinnvolle Maßnahme. Oder: Der kombinierte Radweg zwischen Osterath und Büderich – obwohl beleuchtet – müsste breiter sein. Die Anregungen der Meerbuscher Radfahrer, die diese auf der städtischen Homepage äußern, sind vielfältig und oft berechtigt. Sie werden von der Stadt auch wahrgenommen. Viele der gewünschten Maßnahmen wurden bereits im Radwegekonzept der Stadt aufgenommen. Doch manchem Radfahrer dauert die Umsetzung zu lange.

Beim Fahrradklima-Test des ADFC, der alle zwei Jahre stattfindet und vom Bundesverkehrsministerium unterstützt wird, bewerteten die Radfahrer die Anstrengungen der Kommune nur mit einem „Befriedigend plus“. Denn noch hakt es an einigen Stellen. Weniger bei dem Streckennetz für Freizeitradler, für die es viele Möglichkeiten gibt, auf Wirtschaftswegen und dem Rheindeich ohne Störung durch den Autoverkehr zu radeln und die Landschaft zu genießen. Doch wer zum Einkaufen das Rad nutzt, will zwar nicht unbedingt schnell, aber sicher im Straßenraum unterwegs sind. Wer gar zügig fahren und pünktlich zur Arbeit erscheinen will, der möchte möglichst ohne größere Hindernisse die Strecke bewältigen.

Mit dem Ausbau des Böhlerradwegs zwischen Büderich und Oberkassel und neuer Radwege entlang der Stadtbahn in Osterath ist nun ein zügiges Fahren von Görgesheide bis zur Düsseldorfer Stadtgrenze möglich. Auch auf dem Deich herrscht schon morgens reger Radverkehr. Ohne Störung durch Ampeln oder kreuzende Straßen kommen die Berufspendler hier gut voran. Doch es gibt auch andere Strecken im Stadtgebiet, die bei den Radfahrern in der Kritik stehen. „Dieses Vorfahrt achten-Schild am Radweg ist überflüssig und irritiert“, sagt ADFC-Mitglied Jan-Philipp Holthoff, der täglich zwischen Düsseldorf und Lank unterwegs ist und dabei die Kreuzung Xantener Straße/Am Bergfeld passiert. Zwar müssen die abbiegenden Autofahrer von Büderich kommend die Vorfahrt achten, worauf sie zusätzlich ein blinkendes Gelblicht hinweist, doch auch auf dem Radweg steht ein Warnschild. „Einfach zügig durchzufahren ist wegen der unklaren Regelung gefährlich“, sagt Holthoff.

Ähnlich sieht es am Kreisverkehr in Strümp an der Osterather Straße/Fritz-Wendt-Straße aus: Sowohl Auto- wie auch Radfahrer müssen „Vorfahrt achten“. Zusätzlich fordert ein Schild auf: „Radfahrer bitte absteigen“. Noch ein Ärgernis in Strümp ist die fehlende Radfurt an der Einmündung der Osterather in die Schlossstraße. Diese wurde vor einiger Zeit entfernt, aber keine neue Lösung in Form einer echten Querung realisiert. Weder Auto- noch Radfahrer wissen, wie sie sich verhalten sollen.

Durch diese und ähnliche Hemmnisse werden Radfahrer immer wieder ausgebremst. Sie wünschen sich eine konsequente Streckenführung für Berufspendler: Von Lank nach Büderich, von Strümp nach Bösinghoven und Krefeld sowie nach Osterath und Willich. Diese sollte ausreichend breit ausgebaut sein. Negativbeispiel: Der Radweg entlang der Neusser Straße von Büderich nach Düsseldorf und Neuss. Er ist schmal, buckelig und soll zudem in beiden Richtungen genutzt werden. Gleiches gilt für die Niederlöricker Straße. „Wir freuen uns, dass in den letzten Jahren einiges geschehen ist“, sagt Peter Koenders vom ADFC Meerbusch. Aber es bleibe noch eine Menge zu tun.

Innerörtlich zeigen sich inzwischen deutliche Konturen des Radwegekonzepts. Seit rund einem Jahr haben etwa auf der Niederdonker Straße zwischen Karl-Arnold-Straße und Lötterfelder Straße in Büderich Fahrradfahrer Vorrang vor allen anderen Verkehrsteilnehmern. Der Abschnitt ist als Fahrradstraße direkt an die bestehenden Fahrradstraßen Poststraße, In der Meer und Karl-Arnold-Straße angebunden. Im Stadtgebiet wurden außerdem Radfurten wurden markiert und Poller entfernt. Die Radfahrer bekamen einen Schutzstreifen entlang der Gonellastraße in Lank, nachdem Parkplätze umgelegt wurden. „Wir sind gespannt, wann hier weitergearbeitet wird“, sagt der ADFC. Denn auch die Situation auf der Nierster Straße müsse dringend für Radfahrer verbessert werden. Derzeit gibt es lediglich einen schmalen Zwei-Richtungs-Radweg, auf dem zudem noch Bäume stehen, sodass die Radfahrer auf den Fußweg ausweichen müssen. Der allerdings auch schmal ist.