Meerbusch: Was macht der Konverter?

Meerbusch: Was macht der Konverter?

Osterath Unter Experten der Energiebranche ist Osterath bereits bundesweit bekannt: Der Netzbetreiber Amprion will im Süden des Meerbuscher Ortsteils eine Konverterstation bauen, die für die beschlossene Energiewende eine wichtige Funktion einnehmen soll. In einer Anlage auf den Feldern soll Wechselstrom in Gleichstrom umgewandelt werden – und umgekehrt.

Um das Prinzip einer Konverterstation zu beschreiben, verwendet Armin Braun, Leiter operatives Assetmanagement bei Amprion, ein Beispiel aus dem Alltag: "Ein Konverter hat prinzipiell die gleiche Funktion wie ein Ladekabel für Handys: Er wandelt den Haushaltswechselstrom in Gleichstrom." Notwendig wird diese Umwandlung, wenn im Zuge der Energiewende künftig mehr und mehr Strom aus Wind- oder Solarenergie konventionell erzeugte Energie ersetzen soll. Denn im Gegensatz zu Wechselstrom kann Gleichstrom mit geringen Verlusten über lange Strecken transportiert werden. Bislang war dies selten nötig, denn die Kraftwerke standen meist in der Nähe von großen Städten oder Industrieansammlungen, die viel Strom verbrauchen. Mit dem weiteren Ausbau der Windenergie in Norddeutschland und der Solarenergie im Süden der Republik wird dies anders.

Amprion plant zwei große Hallen

Laut Amprion soll die Konverterstation drei Funktionen erfüllen. Zum einen soll sie Strom aus Windenergie, der als Gleichstrom von Norddeutschland nach Osterath geleitet wird, für die Weiterverwendung im dicht besiedelten Gebiet Rhein-Ruhr in Wechselstrom umwandeln. Das gilt auch für Strom aus Solaranlagen, der als Gleichstrom aus Süddeutschland an den Rhein transportiert wird. Zum anderen soll der Konverter aber auch Wechselstrom zu Gleichstrom umwandeln können, um Energie von Osterath aus nach Nord- oder Süddeutschland zu transportieren. Dies sei zum Beispiel erforderlich, wenn die Sonneneinstrahlung im Winter gering ist und gleichzeitig wenig Wind herrscht. Diese Eigenschaft macht die geplante Konverterstation nach Auskunft von Armin Braun in dieser Form weltweit besonders. Zur Einspeisung von Strom aus Braunkohle ist Amprion gesetzlich verpflichtet.

Um diese Aufgaben erfüllen zu können, sollen auf dem 100 000 Quadratmeter großen Gelände nach dem aktuellen Stand bis zu zwei 20 Meter hohe Hallen gebaut werden. Gemeinsam mit anderen Gebäuden sollen sie rund ein Fünftel der Fläche einnehmen. Die genauen Maße der Hallen seien noch unklar. In ihnen befinden sich unter anderem neben den Steuerungsanlagen die Stromrichter, die für die Umwandlung des Stroms zuständig sind.

Um das Funktionieren der Anlage soll sich eine Betriebsmannschaft kümmern, die gemessen an der Größe des Komplexes eher klein ausfallen wird, da die Vorgänge in der Halle weitestgehend automatisiert ablaufen sollen. Die Unterbringung in einer Halle ist nach der Darstellung von Amprion einerseits wegen des Schutzes der Technik und andererseits wegen des Lärmschutzes notwendig. Denn während des Betriebs erzeugen die Stromrichter einen konstanten Brummton. Experte Braun betont, dass sich Amprion an geltende Lärm-Richtwerte halten muss. Demnach dürfen nicht mehr als 35 Dezibel im angrenzenden Wohngebiet zu hören sein – dies wäre etwas lauter als das Brummen eines Kühlschranks.

Damit die Konverterstation äußerlich nicht zu auffällig ist, soll das Gelände nach Angaben von Amprion beispielsweise nach außen durch Bäume und Sträucher abgeschirmt werden. Auch eine Aufschüttung von Hügeln vor den Hallen sei denkbar.

(RP)
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