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Meerbusch: Warten auf Weindorf

Meerbusch : Warten auf Weindorf

Knapp zwei Jahre nach dem Baubeginn am alten Huysmannshof sind alle Wohnungen verkauft und vermietet. Beim Gastronomiebetrieb tritt der Investor auf der Stelle. Jetzt aber soll ein Interessent samt Pächter da sein.

Die Osterather werden langsam ungeduldig: Jürgen Bergert von Pro Osterath und Professor Dr. Norbert Schöndeling von den Schützen beklagen das Fehlen eines Saals im Stadtteil und meinen damit auch das Hotel Weindorf, das seit Dezember 2008 eine Baustelle ist.

Während der Umbau des früheren Huysmannshofs in Wohnungen inzwischen abgeschlossen und alle Einheiten überwiegend an Kapitalanleger verkauft und vermietet sind, haben die Sanierungsaktivitäten im früheren Hotel Weindorf noch nicht einmal begonnen.

Die Kaufsumme für den gewerblichen Teil des Objekts — die Gastronomie — dürfte die größte Hürde darstellen. 550 000 Euro muss ein zukünftiger Eigentümer auf den Tisch legen. Zielgruppe seien Privatleute, die an der vorteilhaften Abschreibung als Denkmal interessiert sind, sagt Gerhard Drews vom Bauherrn Berchter & Drews in Mönchengladbach.

Konkrete Verhandlungen seien aufgenommen, versicherte Drews im RP-Gespräch und auch ein zukünftiger Pächter habe Bereitschaft signalisiert, die Gastronomie im Zentrum Osteraths betreiben zu wollen. Bislang sei ein Abschluss an der fehlenden Bereitschaft der Banken, einen Gastronomiebetrieb zu finanzieren, gescheitert. "Wir hätten schon längst verkauft, wenn die Geldinstitute mit ihren Krediten nicht so zurückhaltend gewesen wären", erklärt Drews.

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Inzwischen sei so etwas wie ein Stimmungswandel zu erkennen, und so hofft Drews quasi die Kuh noch in diesem Jahr vom Eis zu bekommen und das Hotel Weindorf verkaufen zu können. Sobald die Tinte auf dem Kaufvertrag getrocknet sei, werde das alte Hotel Weindorf nach den mit der Denkmalbehörde abgestimmten Plänen renoviert. Schon Im Frühjahr 2011 könnte der Betrieb aufgenommen und das Lokal mit neuem Pächter eröffnet werden.

Den Saal alter Prägung soll es dann allerdings nicht mehr geben. Das Dachgeschoss soll nämlich zusätzlich genutzt und vom bisherigen Obergeschoss — wo bislang der Saal war — einsehbar und über eine Treppe erreichbar sein. Auch die Kegelbahn wird laut Vorstellung des Architekturbüros Strauß und Fischer abgeschafft.

Wer als zukünftiger Wirt hinter der Theke stehen könnte, wollte Drews nicht sagen. Nach Informationen der RP ist Jannis Kouliotsis (Inhaber der Depesche) dafür sehr aufgeschlossen, das Hotel Weindorf zu übernehmen und damit vor allem in den Sommermonaten wieder Leben auf den verwaisten Kirchplatz zu bringen. Die Schützen müssen aber selbst nach der Eröffnung weiter nach einer geeigneten Versammlungsstätte suchen. Die Rendite fürs Objekt dürfte in trockenen Tüchern sein.

"Meerbusch ist ein hervorragendes Pflaster für Wohnungen in hochwertiger Ausstattung", sagt eine Vertreterin des Immobilienbüros Angelika Sänger. 23 Einheiten von 50 bis 140 Quadratmeter Größe seien in der umgebauten Scheune, im Torhaus und der alten Remise zügig verkauft und vermietet worden.

(RP)