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Vortrag in Meerbusch: Wie in alten Zeiten Karneval gefeiert wurde

Karneval in Meerbusch : Wie Karneval in alten Zeiten gefeiert wurde

Der Kölner Karneval war Thema eines Vortrags des Heimatkreises Lank. Thomas Cieslik führte auch musikalisch durch die Geschichte der Lieder.

  Der Karneval fällt in diesem Jahr wieder der Pandemie zum Opfer. Trotzdem ließen sich die Verantwortlichen des Heimatkreises Lank nicht abhalten, karnevalistische Stimmung in die Teloy-Mühle (und auch live bei Facebook) zu bringen. „Der Heimatkreis gibt nicht auf. Wir begrüßen die fünfte Jahreszeit mit einem hochkarätigen Referenten“, hieß Georg Neuhausen, Leiter der Heimatkreis-Vortragsreihe, das den Vorschriften entsprechende kleine Publikum willkommen.

Der mit einem leichten Schmunzeln angekündigte Referent Thomas Cieslik ließ in Anwesenheit von Geschäftsführerin Silke Felkl, dem Vorsitzenden Franz Jürgens und weiteren Vorstandsmitgliedern Corona schnell vergessen. Schließlich versteht der ehemalige Meerbuscher Kulturbeauftragte sein Narren-Handwerk. Er ist in Köln geboren, in der Stadt, in dem die Geschichte des Karnevals fast so alt ist, wie die der Stadt selbst. „Aber was wäre der Kölner Karneval ohne seine Lieder. Kaum sonst wo wird so inbrünstig und vor allem so laut gesungen“, findet Thomas Cieslik und nimmt das Publikum mit auf eine mit Plakaten, Textblättern und Fotos bunt bebilderte Reise durch das Repertoire der vielen Lieder: „Manche sind schnell vergessen, andere überdauern Generationen und sind kaum tot zu kriegen.“

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Dass allerdings von vielen Liedern nur der eingängige Refrain bekannt ist, wurde bewusst, als Cieslik – im schwarzen Anzug mit Melone und schwarz-weißen Lackschuhen – zur Gitarre griff. Da schunkelten die Anwesenden auch ein wenig im Sitzen mit und bewegten sich die hinter den Masken verborgenen Münder. Cieslik trug alle Lieder – darunter Melodien wie „Och wat wor dat fröher schön doch en Colonia“, „Mer schenke der Ahl e paar Blömcher“ oder „Et Stina muss ne Mann hann!“ – auswendig vor und begeisterte das Publikum: „Insgesamt habe ich 36 Lieder gesammelt. Es ist mein Ehrgeiz, alle zu verstehen.“

Aber es ging nicht nur um die Musik – Cieslik beleuchtete die Entwicklung, die Geschichten drumherum. Themen waren unter anderem der Karneval und die Romantik, Karneval unterm Hakenkreuz, die Nachkriegsjahre mit dem Wirtschaftswunder und detailliert auch um die Liedpostkarte, deren ältestes Exemplar von 1895 stammt und einen unfreiwillig komischen Aufdruck auf Notenblättern des Ostermann-Verlages, der eine „Aufnahme in Sprechmaschinen jeder Art“ untersagte.

Neben dem Komponisten und Texter Willi Ostermann spielen der Karnevalist Karl Berbuer – „Heidewitzka. Herr Kapitän“ – oder das Eilemann-Trio und Wilhelm Räderscheidt ebenfalls eine Rolle. Um sie, ihre Kompositionen und Interpreten wie „Bläck Fööss“ drehen sich etliche Geschichten, die in den Kölner Karnevalsliedern verewigt sind. Genaues Hinhören auf die Texte lohnt sich deshalb. Das Publikum hat jedes Wort und jeden Ton begeistert aufgenommen und sich eine Zugabe erklatscht. „Diese wohl einzige Karnevalsveranstaltung in Meerbusch in diesem Jahr war sehr stimmungsvoll und informativ“, war allgemein zu hören.