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Meerbusch: Vorbereitet auf das Hochwasser

Meerbusch : Vorbereitet auf das Hochwasser

Das Hochwasser am Meerbuscher Rheinufer kann im Moment niemanden schrecken. Im Gegenteil: Spaziergänger nutzen regenfreie Stunden für ausgiebige Touren und lassen die Blicke über den ungewöhnlich breiten Strom schweifen. Sollte der Fluss wie vorhergesagt an den Neujahrstagen weiter deutlich anschwellen: Meerbusch ist vorbereitet.

Das hat vor allem bauliche Gründe. Der Deich zwischen dem Büdericher Modellflugplatz und der Stadtgrenze Krefeld ist zwischen 2001 und 2012 umfassend saniert, verdichtet und verbreitert worden. Der neue Deich sei ein wichtiger Teil des Hochwasserschutzkonzepts des Landes, das "angesichts der Zunahme von Extremwetterlagen den bestmöglichen Schutz der Anlieger biete", betonte im Juni NRW-Ministerialdirigent Hans-Josef Düwel bei der Einweihung des 5,9 Kilometer langen Deichabschnitts im Meerbuscher Norden. Dieser schlug mit 32 Millionen Euro zu Buche.

Die Arbeiten am 2,8 Kilometer langen Büdericher Deich zwischen der Stadtgrenze zu Düsseldorf-Lörick und dem Modellflugplatz am Apelter Weg sind zwar noch nicht komplett abgeschlossen. Aber ein zentrales Element des neuen Hochwasserschutzes steht schon: zwei elf Meter tief in den Boden gerammte Stahlwände, deren Zwischenraum mit Beton verfüllt wurde. Die letzte Lücke im Deich wurde Ende Oktober geschlossen. Die Gesamtkosten des Projekts, das im kommenden Sommer beendet werden soll, belaufen sich auf etwa 17 Millionen Euro.

Der für Meerbusch maßgebliche Rheinpegel Düsseldorf begann Freitagmittag wieder zu steigen und erreichte am Abend 7,10 Meter, die Hochwassermarke I, bei der Schiffe nur noch in der Strommitte fahren dürfen. Diese hatte der Pegel bereits an den Weihnachtstagen kurzzeitig überschritten, war dann aber wieder etwas zurück gegangen. Ab einer Wasserstandsmarke von 8,80 Meter wird die Schifffahrt ganz eingestellt. Die Sieben-Meter-Marke wird vor allem in Langst-Kierst genau im Blick behalten. Denn ab diesem Wasserstand wird die Zufahrtsstraße zum vor dem Deich gelegenen Hotel "Vier Jahreszeiten" überflutet. Gestern Nachmittag konnte das Hotel aber noch problemlos erreicht werden.

Auswirkungen auf den Fährbetrieb zwischen Langst-Kierst und Kaiserswerth hat das Hochwasser übrigens nicht — dieser ist über Weihnachten ohnehin eingestellt und soll wegen Modernisierungsarbeiten auch erst am 3. Februar wieder aufgenommen werden. Das Langst-Kierster Deichtor bleibt weiter offen. Es wird erst ab einem Pegel von zehn Metern geschlossen. Solche hohen Wasserstände sind jedoch bislang sehr selten. Sie kamen zuletzt in den Jahren 1993 und 1995 vor.

(RP/ac)