Meerbusch Vier Meerbuscher bei verrückter Rallye

Meerbusch · Die "Allgäu-Orient-Rallye" führt über 6666 Kilometer durch zehn Länder. Vier Meerbuscher nehmen ab 28. April teil und schätzen den wohltätigen Gedanken. Das Auto bleibt am Ende im Zielland Jordanien

 Das Meerbuscher Rallyeteam: Sven Raddatz, René Wenzel, Christoph Rippers und Tim Menzel (v.l.).

Das Meerbuscher Rallyeteam: Sven Raddatz, René Wenzel, Christoph Rippers und Tim Menzel (v.l.).

Foto: Ulli Dackweiler

Es gehört wohl zum Verrücktesten, was Meerbuscher je gemacht haben — und es ist für den guten Zweck: Sven Raddatz und René Wenzel aus Büderich sowie die in Düsseldorf lebenden Meerbuscher Christoph Rippers und Tim Menzel nehmen gemeinsam mit zwei Hamburger Freunden als Team "Driving Rheinish" an der "Allgäu-Orient Rallye 2013" teil. Sie fahren am 28. April in Oberstaufen los und wollen bis zum 17. Mai in Amman, Jordanien, angekommen sein. Auf dem Weg dahin unterliegen sie ungewöhnlichen Auflagen. Zum Beispiel dürfen die Fahrer während der Dauer der Rallye nur 11,11 Euro pro Nacht für ein Hotel zahlen.

Auch die weiteren Spielregeln der Rallye zeugen davon, dass der sportliche Wettkampf nicht im Vordergrund steht. "Die Organisatoren stehen auf Schnapszahlen", sagt Christoph Rippers. So fanden die Anmeldungen im vergangenen Jahr am 7. Juli nachts ab 3.33 Uhr statt. Der Rallye-Wagen darf den Wert von 1111,11 Euro nicht überschreiten oder muss älter als 20 Jahre sein. "Teilnehmende Motorräder dürfen nur 1,11 Euro pro Zentimeter Hubraum wert sein", so Sven Raddatz. Das Startgeld betrug 222,22 Euro pro Teilnehmer. Die Gesamtstrecke wird mit einer Länge von 6666 Kilometern angegeben.

"Wir werden das irgendwie hinkriegen, schlafen im Zelt oder im Auto", sagt Christoph Rippers. Und Autos haben sie sich mittlerweile besorgt. Drei Mercedes-Benz E-Klasse-Wagen hat sich das sechsköpfige Team gekauft. Ihre Teamnummer: die 111. "Bei der Anmeldung waren wir das letzte Team, das zugelassen wurde", so die Fahrer. Und Angaben zur Motorenleistung brauchen die Meerbuscher nicht machen. "Die technischen Dinge sind irrelevant", sagt Rene Wenzel. Denn bei der Fahrt geht es nicht darum, wer als erster die Tagesetappen schafft und dann am Ende am schnellsten im Ziel ankommt. Das "Roadbook" bestimmt die Punkte.

"Es sind geheime Aufgaben, die wir erst zu sehen bekommen, wenn wir starten", so das Team. Einen ersten Auftrag gibt es schon, der den Geschmack der Herausforderungen andeutet. "Wir müssen ein Musikinstrument mitnehmen, das ein anderes Team als Ballast bekommt", erklärt Christoph Rippers. Nur Flügel und Harfen seien ausgeschlossen. Die Instrumente sollen dann beispielsweise in der Türkei einem Kinderheim geschenkt werden. Auch der Gesamtpreis klingt verlockend: "Der Gesamtsieger bekommt ein Kamel", so das Team. In der Geschichte der Rallye hätten die Tiere aber noch nie das Land verlassen. "Das bekommt dann eine Beduinen-Familie geschenkt — das stellt für sie ein Vermögen dar."

Auch eine zu starke Liebe zu ihren Autos sollten die Meerbuscher nicht entwickeln. Sie wissen bereits, was den Fahrzeugen in Jordanien blüht: Sie gehen in den Besitz des World Food Programms über, einer Unterorganisation der UNO. "Alle teilnehmenden Fahrzeuge werden dann auseinandergenommen und die Einzelteile verkauft", so Wenzel. Der Gesamterlös komme einem Hilfsprojekt zugute. 2011 konnte sich der Türkische Halbmond so über rund 220 000 Euro freuen.

(RP)