Viele freie Jobs bei der Stadt Meerbusch

Stadtverwaltung Meerbusch: Personalkarussell im Rathaus dreht sich

Die einen wollen woanders Karriere machen, andere gehen in den Ruhestand: In der Stadtverwaltung sind und werden viele Stellen frei. Der Personalwechsel war auch schon Thema im Hauptausschuss.

Alice Wiegand war im August eine der ersten, die das Rathaus Meerbusch verließ und damit eine Kette von Personalwechseln in Gang setzte. Die Internet-Spezialistin heuerte in der Düsseldorfer Stadtverwaltung an. Seitdem vergeht kein Monat, in dem nicht von einer Kündigung, einem Wechsel oder einer Pensionierung die Rede ist. Egal, aus welcher Motivation heraus die Rathaus-Mitarbeiter gehen – entscheidend ist, dass einige wichtige Positionen neu besetzt werden müssen und viel fachliche Kompetenz verloren geht.

Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage sieht die Situation analytisch. Sie weiß: „Auf der einen Seite geht jetzt der geburtenstarke Jahrgang in Rente.“ Damit meint sie die Mitarbeiter, die ungefähr Mitte der 50er Jahre geboren wurden, jetzt etwas mehr als 60 Jahre alt sind und ihr Rentenalter erreicht haben. Heiko Bechert und Wolfgang Trapp gehörten schon vor zwei Jahren dazu, in diesem Jahr ging Kulturamtsleiter Detlev Krügel in Pension, Heinrich Westerlage als Leiter des Rechtsamtes geht zum Jahreswechsel, im nächsten Jahr sind dann Kämmerer Helmut Fiebig und Personalchef Jürgen Wirtz „reif“ für die Rente. „So viele Bereichtsleiter in wenigen Jahren – das ist schon überproportional viel“, so die Bürgermeisterin. In Summe über mehrere Monate seien im Rathaus dann bald mehr als die Hälfte aller Führungskräfte ausgeschieden. Dafür müsse man erst mal Ersatz finden. Mit Niko Klein aus dem Ordnungsamt und Martina Stevens aus der Bauaufsicht sind außerdem zwei Mitarbeiter gegangen, die schon länger im Rathaus beschäftigt und gut eingearbeitet und vernetzt waren.

Für Detlev Krügel wurde bereits Ersatz gefunden, die Stelle übernimmt Ute Piegeler aus dem Kreis Mettmann. So ganz nebenbei musste auch die VHS-Leitung erneut neu besetzt werden, nachdem Marie Batzel nach nur 13 Monaten nach Neuss wechselte. Den Job übernimmt Béatrice Delassalle-Wischert. Julia Baetzgen war im Rechtsamt Stellvertreterin von Heinrich Westerlage und hätte seine Nachfolgerin werden können, sie kündigte aber und wechselte in die Landesregierung. Jetzt muss also eine Leitung und eine Stellvertretung fürs Rechtsamt gesucht werden. Nächster Weggang: Björn Kerkmann, persönlicher Referent der Bürgermeisterin, bewarb sich als Kämmerer und Beigeordneter in Heiligenhaus, sein Nachfolger im Stab der Verwaltungschefin ist Patrick Wirtz.

  • Neujahrsempfang 2018 : Bürgermeisterin ehrt drei Meerbuscher mit Verdienstplakette

In die Bezirksregierung nach Köln zog es Wirtschaftsförderin Heike Reiß. Ihre Stelle im Meerbuscher Rathaus wird zum 1. August neu besetzt: Wie dem Internet und dem Organigramm auf dem Flur des Ersatz-Rathauses in Bovert zu entnehmen ist, steht der Nachfolger fest: Rafael Koebnick wird neuer Wirtschaftsförderer der Stadt Meerbusch, hat eine von 80 Bewerbungen eingereicht. Mielke-Westerlage: „Für diese Stelle haben wir 15 Vorstellungsgespräche geführt.“ Ganz generell hat sie festgestellt, dass auf jede Meerbuscher Stellenausschreibung enorm viele Bewerbung eintreffen. Bei der VHS seien es damals allein 120 gewesen.

Politiker hatten im Hauptausschuss nachgefragt, ob es in einem Fachbereich besondere Häufungen von Kündigungen gegeben hätte und das eventuell am Betriebsklima liegen könnte. „Das kann schon sein, dass es mal in einem Bereich hakt“, so die Bürgermeisterin. „Es gibt Abteilungen, in denen die Stimmung schlechter ist, und es gibt welche, in denen sie gut ist.“ Aber ganz generell seien Personalwechsel nicht immer negativ. Die Stadt sei halt mit knapp 700 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber in Meerbusch – da komme es eben zu Wechseln. „Das ist im Moment die Situation.“ Sie weiß: Viele Ministerien in der Landeshauptstadt würden zurzeit neue Mitarbeiter suchen und darum gute Angebote machen, die auch den Meerbuscher Mitarbeitern nicht verborgen blieben. Mielke-Westerlage: „Treue zu einem Arbeitgeber ist vielen nicht mehr so wichtig.“