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Meerbusch: Viel Arbeit für die Polizei

Meerbusch : Viel Arbeit für die Polizei

Kriminelle halten Polizei und Bürger in Atem. Die Einbruchszahlen steigen rasant, Luxusautos verschwinden, Bürger beauftragen einen privaten Wachschutz gegen Brandstifter. Bei Verkehrsunfällen sterben zwei Menschen.

In Osterath ging im Frühjahr die Angst um: Wo würde der Auto-Brandstifter als nächstes zuschlagen — wie viele Wagen würden diesmal in Flammen aufgehen? Die Antwort kam in der Nacht auf Samstag, den 16. April: acht Autos und zwei Carports brannten, der Schwerpunkt lag wieder am Rudolf-Lensing-Ring. Die Polizei bildete eine kleine Sonderkommission, die drei Monate lang ermittelte, ohne den oder die Täter überführen zu können.

Diebstähle teurer Pkw in Meerbusch. Foto: KLXM

Die Anwohner haben auf ihre Weise auf die Brandserie reagiert. Sie sammelten Geld für einen privaten Wachschutz, der seit dem Sommer im westlichen Osterath auf mit der Polizei abgesprochenen Routen patrouillert. Die Stadt sieht den Einsatz des Sicherheitsdienstes kritisch, doch Brandanschläge gab es dort seitdem nicht mehr.

Derweil blieb die Polizei im Kampf gegen die Feuerteufel nicht ganz erfolglos. Es gelang den Beamten, drei junge Männer (18, 20 und 22 Jahre) zu stellen, die für Brände in Lank-Latum — darunter einen im Oktober angezündeten Wohnwagen — verantwortlich sein sollen. Sie legten ein Teilgeständnis ab. Nach einer Container-Brandserie in Langst-Kierst führte die Beobachtung einer Zeitungsbotin im Juni zur Ermittlung eines Verdächtigen — ein damaliges Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr.

BMW bei Autodieben begehrt

Viele Besitzer hochpreisiger Autos, vornehmlich der Marke BMW, haben seit Monaten ein mulmiges Gefühl, wenn sie ihre Wagen über Nacht in Meerbusch stehen lassen. Immer wieder sind auf Luxuskarossen spezialisierte Autodiebe unterwegs. Innerhalb von drei Wochen wurden im Juli und August allein sechs Wagen (drei BMW, Porsche, Rover, Audi) im Wert von mehr als 250 000 Euro gestohlen worden.

In drei Fällen waren Homejacker die Täter. Eine Häufung der Taten fällt in Büderich und Osterath auf. Reihenweise wurden auch wieder Autos aufgebrochen und fest installierte Navis sowie begehrte Ersatzteile wie Scheinwerfer entwendet. Besonders Autobesitzer im per Autobahn gut zu erreichenden Ortsteilen Osterath und speziell Bovert hatten darunter zu leiden.

261 Autos kontrolliert

An einem Oktober-Montag startete die Polizei eine der größten Verkehrskontrollen in der Geschichte der Stadt. Beamten kontrollierten 261 Fahrzeuge sowie diverse Radfahrer. Ihr Hauptaugenmerk richteten sie auf den Zustand von Scheinwerfern, Bereifung und ob Ladungen vorschriftsmäßig gesichert waren.

Dabei kam es auch zu einer spektakulären Verfolgung mit Hilfe eines tief über Büderich kreisenden Hubschraubers. An deren Ende gingen der Polizei zwei mutmaßliche Autodiebe ins Netz. Bei der Kontrolle von 95 Autos im April in Büderich erwischte die Polizei vier Fahrer, die unter Drogen standen.

(RP)