Meerbusch Videoaufzeichnungen sollen zu Vergewaltiger führen

Meerbusch · Die Fahndung nach dem Mann, der in Meerbusch eine Frau verschleppt und vergewaltigt hat, läuft auf Hochtouren. Videoaufzeichnungen sollen helfen.

  Hinter diesem Tor an der Moerser Straße in Büderich befindet sich die private Tiefgarage, in der die Meerbuscherin überfallen worden ist.

Hinter diesem Tor an der Moerser Straße in Büderich befindet sich die private Tiefgarage, in der die Meerbuscherin überfallen worden ist.

Foto: Christoph Reichwein

"Wir gehen allen Hinweisen nach, die wir erhalten", sagte eine Polizeisprecherin. Bislang hätten sich zehn Zeugen gemeldet, die möglicherweise etwas Verdächtiges gesehen haben und Hinweise geben könnten.

Die Frau war am vergangenen Freitagabend gegen 23.45 Uhr in einer Tiefgarage von einem bewaffneten Mann überfallen, verschleppt und vergewaltigt worden. Nach etwa drei Stunden ließ der Täter sein Opfer frei.

Die zuständige Kreispolizeibehörde wandte sich allerdings erst am Mittwoch mit dem Fall an die Öffentlichkeit. "Das haben wir aus Opferschutzgründen gemacht, und weil wir einem Ermittlungsansatz nachgegangen sind, der sich aber dann nicht bestätigt hat", so die Polizeisprecherin.

Diese Entscheidung gilt in Polizeikreisen als nicht unumstritten. Ein früherer Leiter einer Sonderkommission sagte unserer Redaktion, dass in solchen Fällen genau abgewogen werden müsste, ob man zunächst von einer öffentlichen Fahndung absehe. "Dadurch kann wertvolle Zeit verstreichen, weil sich Zeugen in der Regel immer schlechter an Einzelheiten erinnern, je weiter die Tat zurückliegt", so der Ermittler. "Man muss dann schon sehr sicher sein, den Täter im Visier zu haben."

Hoffnung setzt die Polizei auf die Auswertung der Videoaufzeichnungen zweier Kameras von dem Parkplatz, auf den der Täter mit der Frau mit ihrem Wagen gefahren war, nachdem er sie in der Garage überwältigt hatte. Dort wechselte er auch das Auto.

Dieses konnte die Frau später ziemlich genau beschreiben: Es handelte sich um einen dunklen Kleinbus oder Van mit sieben Sitzen, der ziemlich vermüllt war. An zwei Kopfstützen waren LCD-Bildschirme angebracht. Die Ermittler hoffen vor allem durch den Wagen auf die Spur des Täters zu gelangen, den die Polizei wie folgt beschreibt: 35 bis 55 Jahre alt, etwa 1,80 Meter groß, gräuliche Haare, normale Statur.

Die Frau ist traumatisiert. In der Regel werden solche Fälle von der Polizei an den Opferverband "Weißer Ring" vermittelt. "Es kommt auch darauf an, wie das Opfer vom Umfeld aufgefangen wird", betont eine Sprecherin des Verbandes. "In einem ersten Gespräch beruhigen wir das Opfer und finden heraus, was es benötigt. Dem einen reicht ein Gespräch, andere vermitteln wir an den Psychosozialen Dienst."

(csh/kt/cboe)
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