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Meerbusch: Verwaltung empfiehlt: Hallenbad kernsanieren

Meerbusch : Verwaltung empfiehlt: Hallenbad kernsanieren

Statt zum Neubau rät die Stadtverwaltung zur Sanierung. Und Baudezernent Gérard mahnt die Politiker, schnellstmöglich Gelder für Brandschutz am sanierungsbedürftigen Hallenbad freizugeben.

Planungsdezernent Just Gérard empfiehlt Meerbuschs Politikern in der Hallenbadfrage die Generalsanierung des 60er-Jahre-Baus. "Bei der Bereisung (von so genannten Smart-Bädern) wurde deutlich, dass diese Bäder in etwa gleich viel wie die Generalsanierung kosten. Allerdings ist das räumliche Angebot in diesen ,günstigen' Neubauten nicht vergleichbar mit der Raumqualität eines sanierten Bades aus den 60er Jahren", heißt es in seiner Verwaltungsvorlage für die Sitzung des Sportausschusses am 18. April. So verfügten alle besuchten Smart-Bäder über Gruppen-Umkleideräume; Einzelkabinen gab es nur wenige.

Seit Jahren diskutiert Meerbuschs Politik die Frage, ob das Hallenbad saniert werden soll oder zugunsten eines Neubaus an anderer Stelle aufgegeben wird. Zwar ist das Bad in seiner Grundsubstanz laut Gutachten gut erhalten, allerdings ist das Dach undicht. Derzeit gelten darüber hinaus insbesondere die Heizungsanlage, die Regelung und die Lüftungsanlage der großen Halle als gefährdet. "Ein Ausfall einer oder mehrerer dieser Komponenten hätte die sofortige längere Schließung des Bades zur Folge", heißt es in der Vorlage der Verwaltung.

Da Haushaltsmittel für solche oder ähnliche Schadensfälle im derzeitigen Haushaltsplan nicht vorgesehen sind, wäre in einem solchen Fall neben der notwendigen technischen Klärung zunächst auch die Finanzierungsfrage zu lösen. "Wenn dieses Risiko ausgeschlossen werden soll, ist es unumgänglich, in den kommenden Jahren erhebliche Haushaltsmittel für eine Generalsanierung in den Haushalt einzustellen", erklärt Baudezernent Just Gérard.

Er mahnt die Politiker, schnellstmöglich Gelder für überfällige Brandschutzmaßnahmen freizugeben. Der Stadtrat hatte angesichts der ungewissen Zukunft des Hallenbades sowohl den geplanten Einbau einer Brandmeldeanlage als auch den Einbau von brandschutztechnischen Abschottungen im Kellergeschoss mit Sperrvermerken versehen. Allerdings: Beide Maßnahmen werden seitens der Feuerwehr, der Bauaufsicht und in einem bereits seit längerem vorliegenden sicherheitstechnischen Gutachten für das bestehende Bad dringend gefordert. Gérard: "Der Sperrvermerk ist daher aufzuheben."

Die Verwaltung schlägt vor, dass sie bis zu den Haushaltsberatungen im Herbst ein Konzept für die Sanierung des Hallenbades entwickelt, damit spätestens 2015 mit der Generalsanierung begonnen werden kann. Sie will auch Vorschläge zur konzeptionellen Neuausrichtung des Bades (zum Beispiel die Einrichtung eines Kleinkinderbereiches oder die Integration eines Fitnessbereiches) einbringen.

(RP/rl/ila)