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Meerbusch: Verkauft Kiesfirma heute an Amprion?

Meerbusch : Verkauft Kiesfirma heute an Amprion?

Ein möglicher Verkauf der sogenannten Dreiecksfläche an der Grenze zu Meerbusch an den Stromnetzbetreiber Amprion beschäftigt die Politik. Bestätigen sich Hinweise, die gestern Nachmittag im Kreisausschuss diskutiert wurden, gibt es bereits heute einen Notartermin, an dem das Geschäft abgewickelt werden könnte. Amprion will auf dem Grundstück den umstrittenen Konverter bauen.

Bislang gehört die Fläche dem Kiesunternehmen ACL, das zuletzt beim Kreis auf eine Genehmigung gedrängt hatte, um dort mit dem Abbau von Kies beginnen zu können. Dazu wurde beim Verwaltungsgericht Düsseldorf sogar eine Untätigkeitsklage gegen den Kreis eingereicht. Jetzt scheint es, als hätten sich Amprion und ACL geeinigt. Amprion-Sprecherin Joelle Bouillon wollte sich gestern zu einem Grundstückskauf nicht äußern. Es sei jedoch kein Geheimnis, dass Amprion mit Blick auf die Fläche in Kaarst Gespräche führe - und das auch mit ACL. Das Kiesunternehmen war für eine Stellungnahme gestern nicht mehr zu erreichen. Amprion betonte gestern noch einmal, dass der Standort zwischen der A 57, der Bahnlinie und L 30 aus Sicht des Unternehmens für den Konverter am besten geeignet sei. Der Netzbetreiber will dort auf einer Fläche von 360 mal 270 Metern eine Anlage zur Einbindung der Gleichstromleitung von Osterath nach Baden-Württemberg errichten. Vergleichbare Verhandlungen über Grundstückskäufe am zweitbesten Standort in Gohr gebe es nicht. Ursprünglich bezeichnete Amprion Osterath als Konverterstandort als "alternativlos". Diese Pläne zerschlugen sich allerdings.

Über die Konsequenzen des möglichen Grundstücksverkaufs gehen die Meinungen auseinander: Rainer Thiel (SPD), der den möglichen Verkauf gestern im Kreisausschuss thematisiert hatte, sprach - für den Fall des Vertragsabschlusses - von einem "Signal" für Kaarst. Ob dort wirklich gebaut werden könne, werde sich aber vermutlich erst 2016 entscheiden. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (CDU) sieht die geltende Rechtslage für den Fall eines Grundstücksverkaufs nicht verändert. Im gültigen Regionalplan ist die Dreiecksfläche für den Kiesabbau vorgesehen. Entweder müsste der Regionalplan geändert oder ein Zielabweichungsverfahren eingeleitet werden. Dazu braucht es die Zustimmung des Kaarster Stadtrates. "Eine Mehrheit dafür kann ich in Kaarst nicht erkennen", so Petrauschke.

(ki-)