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Meerbusch: Vereine in Sorge über Gebühren

Meerbusch : Vereine in Sorge über Gebühren

Wegen neuer Tarife der Musikverwertungsgesellschaft Gema fürchten die Meerbuscher Schützen- und Karnevalsvereine ab 2013 erhebliche Mehrkosten. Die Verunsicherung ist groß, die Informationen der Gema mager.

Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, kurz Gema, sorgt mit einem neuen Tarifsystem bei den Schützen- und Karnevalsvereinen in Meerbusch für Verunsicherung. Sie fürchten horrende Mehrkosten, die für die Abgaben an die Urheber für Live-Musik oder die Wiedergabe von Tonaufnahmen anfallen könnten — etwa bei Schützenfesten oder den Karnevalsveranstaltungen. "Wir zahlen jetzt schon eine Gebühr im vierstelligen Bereich. Wenn eine Erhöhung von der Gema kommen sollte, wird es schwierig", sagte Hans-Georg Bodewig, Präsident der Schützenbruderschaft Büderich.

Unterdessen versucht die Gema zu beschwichtigen. Kleinere Veranstaltungen würden nach dem neuen System entlastet und nur die Organisatoren von Großveranstaltungen stärker belastet, sagte Gema-Pressereferentin Gaby Schilcher. Doch Schützenfeste fallen eben in die Kategorie einer großen Veranstaltung. Und tatsächlich berechnet die Gema per 10-Prozent-Regel ab dem Jahr 2013 dafür mehr: Legt man große Maßstäbe an, würden pro Veranstaltungstag nach der neuen Tariftabelle für ein 1000-Quadratmeter-Zelt bei einem Eintrittsgeld von zehn Euro für die Gema 1000 Euro anfallen — nach dem bisherigen Tarifsystem wären es 668,90 Euro gewesen. Das Gegenbeispiel: Bei Veranstaltungen mit einer Fläche von bis zu 500 Quadratmeter und einem Eintrittsgeld von fünf Euro sparen die Organisatoren künftig rund 70 Euro pro Tag. Bisher berechnete die Gema 323,10 Euro, ab 2013 nur noch 250 Euro.

Diese Rechnung steht auch bei Hans-Willi Krack auf dem Zettel. Der Zeltwirt baute im vergangenen Jahr ein 525 Quadratmeter großes Zelt für die Nierster Karnevalsveranstaltungen auf und musste 1086 Euro an die Gema abführen — nach Abzug eines ausgehandelten Rabatts. Denn auch das ist möglich: Nach einem ersten Vertrag mit den Karnevalisten auf Bundesebene, verhandelt die Gema am Montag mit dem Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften die Rahmenbedingungen neuer Verträge.

Und dennoch bleibt Skepsis. Thorsten Neukirchen, Geschäftsführer der Nierser Karnevalisten "Kött on Kleen" fürchtet eine Kostenfalle. "Die könnte das Bemühen um eine wirtschaftliche Session zusätzlich erschweren." Auch Harald Ziebarth, 2. Brudermeister der Pankratius-Schützenbruderschaft in Ossum-Bösinghoven, meint: "Wir nehmen schon an zwei Tagen keinen Eintritt mehr, um die Gema-Gebühren zu drücken." Der Schützenverein Strümp überlegt jetzt, die Gema-Reform mit allen Vereinen an einem Tisch zu besprechen.

(RP/ac)