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Verein in Meerbusch: Heimatkreis Lank bereitet sich auf Neustart vor

Vereinsleben in Meerbusch : Heimatkreis Lank plant den Neustart

Die Corona-Krise hat den Verein seit März im Griff. Sämtliche Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Bald soll es wieder losgehen.

Ob Frühlings- und Herbstsingen in der Teloy-Mühle, Mundartstammtisch und historische Vorträge in der Gaststätte oder Reisen und Tagestouren in die Region und sogar bis nach Österreich und in die USA. „Bis Ende November haben wir alles absagen müssen“, sagt Franz Jürgens, Vorsitzender des Heimatkreis Lank. „Das hat weh getan, besonders die Absage unserer Missouri-Reise nach Loose Creek im Oktober.“

Weil der Heimatkreis hauptsächlich vom Miteinander lebt, die Mitglieder sich in Werkgruppen und Arbeitskreisen treffen, Busreisen unternehmen, viele Programmpunkte in engen Räumen stattfinden und gerade Senioren die Angebote nutzen, ist der Verein seit dem Frühjahr so gut wie unsichtbar in der Öffentlichkeit. „Aber obwohl Corona uns seit März voll im Griff hat: Wir leben noch, und das wollen wir auch zeigen“, betont Jürgens.

Seine Kollegin im Vorstand, Geschäftsführerin Silke Felkl, richtet den Blick bereits in die Zukunft: „Fakt ist: Das Virus wird uns noch länger begleiten, daran müssen wir uns gewöhnen. Deshalb erarbeiten wir ein stimmiges Hygienekonzept, damit wir wenigstens einen Teil unserer Veranstaltungen trotz Corona anbieten können. Denn die Kontakte fehlen uns allen sehr.“ Das Problem: Die Heimatkreis-Veranstaltungen sind stets gut besucht, durchschnittlich 50 Besucher kommen zu den Terminen, drängen sich in kleinen Räumen.

Der Vorstand ist aber optimistisch, eine gute Lösung zu finden - obwohl die Zeit drängt. Denn auch die zwei ursprünglich für Dezember geplanten Programmpunkte stehen derzeit auf der Kippe: Zum einen ist das der beliebte Mundartstammtisch. Zum anderen der Nikolausabend in der Teloy Mühle mit Verleihung der Jacobsleiter. „Das ist in jedem Jahr der Höhepunkt unseres Vereinslebens“, so Jürgens. „Da sitzen wir in der Mühle eng beieinander, die Feier lebt von ihrer Stimmung, von ihrer Geselligkeit und Gemütlichkeit.“ Das alles seien Aspekte, die bei einer Entscheidung für oder gegen eine Absage eine Rolle spielten.

515 Mitglieder hat der Heimatkreis Lank derzeit. Etwa 20 von ihnen sind aktiv dabei. Heißt: Sie engagieren sich beispielsweise in der Werkgruppe, im Arbeitskreis Archiv oder sind als Autoren für das Heft „Dä Bott“ tätig. Die nächste Ausgabe der Reihe soll Ende des Jahres erscheinen. „Wir können dringend weitere Mitglieder gebrauchen“, sagt Jürgens. „Vor allem solche, die auch für Dä Bott schreiben möchten.

Der Vorsitzende selbst ist im Moment gemeinsam mit Silke Felkl und Sprecher Thomas Günther dabei, das Programm für das nächste Jahr zu planen. Das wird für den Heimatkreis ein besonderes sein: Am 13. Mai 1971 gründete sich der Verein. „Wir planen zum 50-Jährigen einen Festakt im Theater am Wasserturm und im Sommer ein Fest im Freien“, sagt Jürgens.

Finanziell sei die Situation des Heimatkreis Lank trotz Corona solide. „Unsere Programm-Redner treten größtenteils ohne Honorar auf. Wir finanzieren uns durch Beiträge, Spenden und Fördergelder“, sagt Jürgens. Insofern hätten die Absagen nur ideellen Schaden angerichtet.

Ein Thema, das der Heimatkreis trotz Corona nicht aus dem Blick verlieren will, ist die Suche nach anderen Archivräumen. Seit Jahrzehnten lagern historische Fotos, Urkunden, Schilder, Bücher, Bilder, Werkzeuge und besondere Einzelstücke wie etwa zwei Kanonenkugeln, die beim Deichbau gefunden wurden, in ehemaligen Werkräumen unterhalb der Pastor-Jacobs-Schule in Lank. „Wir sind hier zufrieden, aber hätten schon den Wunsch nach einer Verbesserung.“ Die Stadt habe den Verein bei der Suche stets unterstützt – bislang vergeblich. Jürgens: „Wir haben auch keine Idee, wo so ein Raum sein könnte. Aber es muss doch irgendeine Möglichkeit geben“, hofft er.

Ein weiteres Thema, das den Heimatkreis seit Jahren beschäftigt, ist ein Heimatmuseum. Und zwar eines nicht nur für Lank, sondern für alle Meerbuscher Ortsteile. „Das ist uns ganz wichtig. Denn ganz Meerbusch hat historisch viel zu bieten. Und diese Schätze sollten an einem schönen Ort modern präsentiert und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich sein“, so Jürgens. „Im Moment, wo Corona uns alle so sehr beschäftigt, ist vielleicht nicht die Zeit dafür. Aber wir möchten, dass die Idee eines Meerbuscher Heimatmuseums auf dem Tisch bleibt.“