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Meerbusch: UWG verlässt Schul-Arbeitskreis

Meerbusch : UWG verlässt Schul-Arbeitskreis

Schulstreit in Meerbusch: Vier Tage vor der Grundsatzentscheidung zur Schließung der Barabara-Gerretz-Schule tritt die UWG unter Protest aus dem nichtöffentlichen Arbeitskreis Schule aus. Die Schuldezernentin antwortet.

Die UWG ist gestern aus dem nichtöffentlichen Arbeitskreis (AK) Schule ausgetreten. Ihr Schreiben an Schuldezernentin Angelika Mielke-Westerlage verbinden die Unabhängigen mit scharfer Kritik an Arbeitskreis und Verwaltung: "Die Erwartungen an den Arbeitskreis sind letztendlich leider nie erfüllt worden", schreibt UWG-Vorsitzender Christian Staudinger-Napp. Die UWG habe mehrfach Elternbefragungen gefordert, die jedoch nicht auf den Weg gebracht worden seien. "In unserer Fraktion ist der Eindruck entstanden, dass der Arbeitskreis letztendlich nur geplante Vorhaben der Verwaltung bestätigen soll", so Staudinger-Napp.

Bezüglich der eventuellen Schließung der Barbara-Gerretz-Schule bis 2015 (RP berichtete) hätte sich die UWG "über einen offenen, ehrlichen und direkten Dialog mit der katholischen Kirche sowie mit den betroffenen Eltern sehr gefreut. Dies war anscheinend nicht gewollt". Auch eine Kampagne und Diskussion zum Thema Inklusion (Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern an Regelschulen) sei "längst überfällig, aber statt dessen wird nur abgewartet, wie sich eventuell die Landesregierung entscheiden wird".

Antwort der Schuldezernentin

Schuldezernentin Angelika Mielke-Westerlage entgegnet, dass die UWG ohne sachliche Grundlage Kritik äußere: "Der Arbeitskreis hat gute und konstruktive Vorarbeit geleistet, um wichtige Entscheidungen zu Veränderungen der Meerbuscher Bildungslandschaft auf den Weg zu bringen". Dazu habe es auch "eine ausführliche Information und Diskussion gegeben". Eine Elternbefragung sei ausdrücklicher Bestandteil des Verfahrens der Errichtung einer neuen Schule. So wären die Eltern bei der zunächst angedachten Einrichtung einer Gemeinschaftsschule gefragt worden.

Bei der bereits im Arbeitskreis diskutierten Auflösung der Barbara-Gerretz-Schule gehe es zum einen darum, die Erwin-Heerich-Schule zu stabilisieren. Diese drohe wegen der sinkenden Schülerzahlen in die Einzügigkeit abzurutschen. Ziel sei es auch, "künftig eine vernünftige Lehrerversorgung zur Abdeckung der fächerspezifischen Bandbreite zu sichern und zu vermeiden, dass es bei kurzfristigen Ausfällen zu vermehrten Unterrichtsausfällen kommt". Eine Schließung der Heerich-Schule komme "schon aus Gründen der Regionalität" nicht in Betracht (es ist die einzige Grundschule in Bovert). Angesichts wegbrechender Steuereinnahmen müsse die Notwendigkeit von drei Osterather Grundschulen infrage stellt werden. Büderich habe bei ebenfalls drei Schulen 749 Schüler, Osterath 514. Diese Zahl werde in fünf Jahren um 15 Prozent fallen. Der Erhalt dreier Schulen, könne nicht durch eine Elternbefragung entschieden werden, sondern nur politisch.

Der Prozess sei in Abstimmung mit dem AK so angelegt, dass zwischen der Grundsatzentscheidung (31. Januar) und der Schulausschuss-Sitzung (13. März) genug Zeit bleibe, das Vorgehen mit Elternvertretern und Kirche zu besprechen. Die Schule sei informiert. Bedauerlicherweise habe ein Mitglied des AK, das "kein Interesse an einer transparenten und offenen Diskussion hat" diese Information zuvor an die Presse weitergeleitet.

(RP)