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Meerbusch: Unterwegs im Herbstwald

Meerbusch : Unterwegs im Herbstwald

Waldspaziergang mit Forstleiter Dirk Bening: Der studierte Landwirt ist im Auftrag der Von-der-Leyen'schen Gutsverwaltung im Dreieck Büderich, Bovert und Strümp für rund 240 Hektar Wald zuständig.

Golden erscheint zurzeit das Blätterdach, und auch im Tierreich ist noch so einiges los — aber nicht mehr lange. Wenn der erste starke Frost kommt, dann fallen auch die letzten Blätter zu Boden und legen sich wie ein Mantel über das Erdreich, um die Farnbüsche herum.

"Und die Tiere reduzieren ihre Aktivitäten, um Energien zu sparen. Langsam kehrt Ruhe hier ein", sagt Dirk Bening, Leiter des Bereiches Forst der Von-der-Leyen'schen Gutsverwaltung Schloss Bloemersheim. Für den Meerbuscher und den Strümper Wald (auch 'der Meerbusch' und 'Strümper Busch' genannt), im Dreieck Büderich, Bovert und Strümp, ist der studierte Landwirt für den Forst zuständig.

Rund 240 Hektar Waldfläche umfasst das Gebiet. Der Mühlenbach fließt als einziges Gewässer mitten hindurch. Bei einem Waldspaziergang berichtet Dirk Bening, was die Natur in seinem "Revier" zu bieten hat. "90 Prozent sind Laubwald, davon sind wiederum 90 Prozent Eichen", erklärt Bening. Buchen, Eschen, Ahorn, Kastanien sowie einige Kirschbäume wachsen in den beiden Wäldern.

Hauptsächlich Bucheckern finden sich aktuell auf dem Boden, vereinzelt liegen noch Eicheln und Kastanien herum. Aus dem Tierreich kann der Waldbesucher Rehe, Eichhörnchen, Mäuse, Hasen und Kaninchen, aber auch ihre Jäger wie Füchse, Iltisse und Marder erblicken.

"Die Dachse hier gehen zwar nicht in einen Winterschlaf, legen aber bald ihre Winterruhe ein", sagt Bening. In der Luft sind unter anderem Eulen, Eichelhäher, Habichte und die markant klopfenden Spechte unterwegs. "Im Mühlenbach sind nicht so viele Tiere", sagt Bening. Flohkrebse, Stichlinge, Enten und Frösche habe er bereits gesehen.

Kyrills Spätfolgen

Ein Hauptaufgabenbereich des Forstleiters liegt aber in der Nutzung des Waldes. Das "Entasten" dient der Vorbereitung der Bäume für die Nutzung in der Holzindustrie. Gefällte Stämme liegen am Wegesrand. Die aufgesprühten Buchstaben und Zahlen bedeuten Qualität des Holzes (A/B/C) sowie Länge und Durchmesser der Stämme.

Das Sturmtief Kyrill hat in den beiden Wäldern nicht so viel Schaden angerichtet wie in anderen Länderein. Aber noch heute fällt der Forstleiter Bäume, an denen der Sturm deutliche Spuren hinterlassen hat. "Wir schlagen nur Bäume, die krank sind", sagt der Forstleiter. Weiter betreibt Dirk Bening mit seinen beiden Mitarbeitern Kulturpflege. Ein Punkt, der Meerbuscher besonders in den kommenden beiden Monaten interessieren dürfte.

"Wir entfernen aktuell das Unkraut zwischen den Weihnachtsbäumen", so Bening. Knapp 1500 Stück werden auch in diesem Jahr wieder zur Verfügung stehen. Hauptsächlich Nordmanntannen, aber auch Rotfichten und serbische Fichten werden im Angebot sein.

(RP)