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Meerbusch: Unterschriften sollen Grundschule retten

Meerbusch : Unterschriften sollen Grundschule retten

Zum dritten Mal läuft in Meerbusch ein Bürgerbegehren. Eltern kämpfen für den Erhalt der Barbara-Gerretz-Grundschule. Stichtag ist der 8. Oktober.

2681 Unterschriften — das ist vorerst die Zielmarke der Bürgerinitiative zur Rettung der städtisch-katholischen Barbara-Gerretz-Schule. Mit so vielen Signaturen von Meerbuschern ab 16 Jahren könnten die Eltern und Ehemaligen den Rat zwingen, das mit breiter Mehrheit beschlossene "Auslaufenlassen" der traditionsreichen Osterather Grundschule erneut zu diskutieren.

Stichtag: 8. Oktober

Entscheidet der Rat weiterhin für die Schulschließung — was anzunehmen ist —, stünde der Weg zur nächsten Runde offen. Ein folgender Bürgerentscheid (nur "Ja" oder "Nein" als Antwort möglich) wäre entschieden, wenn 6600 Bürger entsprechend votieren würden. Damit läuft nun das dritte Bürgerbegehren in Meerbuschs Geschichte. Bis zum 8. Oktober haben der Schulpflegschaftsvorsitzende Arndt Fiebig und seine Mitstreiter Zeit, die nötigen Unterschriften zusammenzubekommen.

Die Stadt argumentiert mit Demografie, Sanierungsbedarf und Schulstandorten: Die Verwaltung weist darauf hin, dass in Osterath zukünftig nur noch rund 100 Erstklässler pro Jahr vorhanden sein werden. Das seien jedoch zu wenig Kinder für den Erhalt von drei zweizügigen Grundschulen. Die kleinste Einrichtung, die Erwin-Heerich-Schule, soll nicht geschlossen werden, weil sie die einzige Schule in Osterath-Bovert ist. Bleiben noch Eichendorff- und Gerretz-Schule.

Dass es nun die Gerretz-Schule treffen soll, hat in erster Linie mit deren sanierungsbedürftigem Gebäude von 1920/39 und dem größeren Platzangebot der Eichendorffschule für den Offenen Ganztag zu tun. Die Verwaltung teilte der Bürgerintiative mit, dass bei Erhalt der Gerretz-Schule bis 2017 "für bauliche Maßnahmen Kosten in Höhe von 800 000 Euro anfallen, für die Betriebskosten ein jährlicher Betrag von 62 000 Euro". Diese Kostenberechnung wird von der Bürgerinitiative ebenso angezweifelt wie die Schüler-Prognose.

Die Eltern und Ehemaligen haben nun mit dem Verteilen der Unterschriftenlisten in Osterather Geschäften begonnen. In städtischen Gebäuden darf nicht gesammelt werden. Die Initiatoren wollen vor allem die zwei anstehenden Großereignisse zum Stimmensammeln nutzen: das Osterather Schützenfest am Wochenende und den Büdericher Sonnenblumensonntag.

Die Bilanz der vorherigen beiden Bürgerbegehren kann sich für die Antragsteller sehen lassen. Anfang 2008 unterschrieben 6427 Meerbuscher für den Erhalt von 50 alten Platanen und Ahornbäumen an der L137 quer durch Büderich. Das Verfahren endete mit einem Kompromiss: Die Bäume wurden im Zuge der Sanierung der Straße auf ihre Verkehrssicherheit geprüft. Die weitaus meisten stehen heute noch. 1999 folgte die Politik einem Bürgerbegehren gegen die Errichtung eines Rathauses und anderer zentraler Einrichtungen bei Strümp ("Meerbusch-Mitte").

(RP/jco)