Meerbusch: U81: mehr als Sommertheater?

Meerbusch : U81: mehr als Sommertheater?

Die Zustimmung zu der schon lange diskutierten U81 wächst. Die Kommunen Krefeld, Neuss , Ratingen und Meerbusch würden profitieren. Meerbuschs CDU bleibt skeptisch, die Verwaltung begrüßt die Anbindung.

Vier Kommunen blicken derzeit gespannt nach Düsseldorf: Ratingen, Krefeld, Neuss und Meerbusch. Krefeld und Neuss sind interessiert, über eine Verlängerung der Linie U81 eine bessere Anbindung an den Düsseldorfer Flughafen zu bekommen und setzen auf Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers. Der hat jüngst erklärt, dass er eine neue Machbarkeitsstudie für das rund 90 Millionen Euro teure Projekt (laut Machbarkeitsstudie, 2006) plane. Beteiligt seien daran auch die linksrheinischen Nachbarn.

"Es hat im Juli Gespräche in Düsseldorf gegeben", sagt Wolfgang Trapp, Abteilungsleiter Straßen und Kanäle der Stadt Meerbusch. Dabei sei eine mögliche Trassenführung der U81 erläutert worden. Sie soll vom U-Bahnhof an der Messe Düsseldorf (LTU-Arena) am Wasserwerk Lohausen vorbei über den Rhein zur Kläranlage Lörick (auf Meerbuscher Gebiet, aber Düsseldorfer Grundstück) und von dort Richtung Böhlerstraße und dann weiter nach Neuss geführt werden.

Rahmenbedingungen

Der Neusser Planungsdezernent Christoph Hölters bestätigt ebenfalls, dass es Gespräche gegeben hat. "Dabei ging es aber erst einmal um die Rahmenbedingungen, also etwa, ob wir uns an der Finanzierung einer solchen Studie beteiligen würden", sagt Hölters. Von der Finanzierung des gesamten Projekts sei noch gar keine Rede gewesen.

Die Flächen für die neue Stadtbahn-Verbindung auf Düsseldorfer Seite werden seit Jahren freigehalten. Brücke oder Tunnel – wie die Querung des Rheins funktionieren soll, ist auch noch offen – würden einige hundert Meter südlich von Mönchenwerth den Fluss queren. In dem Gebiet verläuft die Stadtgrenze Meerbusch-Düsseldorf. Zeitlich wird das Projekt wohl eher mittelfristig realisiert werden können – wenn es denn soweit kommt. Denn nach einer Machbarkeitsstudie muss geklärt werden, wer sich inwiefern beteiligen würde und erst dann kann für das Projekt Geld bei Bund und Land beantragt werden. Meerbuschs Fraktions-Chef Werner Damblon betrachtet das Projekt skeptisch. "Ich höre die Botschaft, allein es fehlt der Glaube", sagt er mit Blick auf die alten Pläne, die nach der gescheiterten Olympiabewerbung 2001/02 wieder in den Schubladen verschwunden sind. "Das Thema kommt mit schöner Regelmäßigkeit im Sommer wieder", kommentiert er. Doch ganz ohne Vorteile für Meerbusch wäre eine Weiterführung der Stadtbahnlinie U81 nicht. "Sie würde das Böhlergelände mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschließen", sagt Trapp. Für Rheinbahnpressesprecher Georg Schumacher wäre der Ausbau der U81 ein Riesengewinn: "Die Bahn würde Ratingen, Neuss, Krefeld und Meerbusch zeitsparend mit dem Düsseldorfer Norden verbinden." Bundes- und Landeszuschüsse gebe es für ein solches Projekt in der Regel in Höhe von 90 Prozent.

(RP)
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