Meerbusch: U 81: Sorge um Büderichs Anbindung

Meerbusch : U 81: Sorge um Büderichs Anbindung

Mit Verwunderung hat Meerbuschs Planungsdezernent Just Gérard gestern auf die Irritationen in Düsseldorf wegen des geplanten Trassenverlaufs der seit vielen Jahren geplanten Stadtbahnlinie U81 reagiert. Die Linie soll großenteils über Meerbuscher Stadtgebiet führen; sie verbindet den Handweiser mit dem Düsseldorfer Messegelände.

Unstimmigkeiten gibt es zwischen Düsseldorf und Meerbusch bezüglich der Streckenführung am Böhlergelände (RP berichtete). "Es gibt keinen Streit um die Trassenführung", betonte Gérard. "Das war ein ganz sachliches Gespräch, bei dem die unterschiedlichen Vorstellungen erörtert wurden."

Die Meerbuscher Vorstellung wurde bereits im Jahr 2006 in einen rechtskräftigen Bebauungsplanüberführt. Er sieht vor, dass die vom Messegelände über den Rhein kommende U81 an der Hansaallee auf die vorhandene Trasse der K-Bahn geführt wird und gut einen Kilometer in Richtung Krefeld fährt. "Dann wird die U81 in einer Art Halbkreis zurück zur Böhlerstraße geführt und fährt von dort weiter zum Handweiser", erläuterte Gérard. Die entsprechenden Trassenflächen stellt der Grundstückseigentümer, die Böhler-Uddeholm, laut städtebaulichem Vertrag kostenfrei zur Verfügung.

Vorteil für Büdericher Süden

"Für Meerbusch ist vor allem eine neue geplante Haltestelle, fußläufig von der Grünstraße aus erreichbar, ein großer Vorteil", sagt Wolfgang Trapp, Fachbereichsleiter Straßen und Kanäle. "So könnte der Büdericher Süden an die neue Stadtbahnlinie angeschlossen werden." Auch Böhler-Uddeholm würde einer Umfahrung des Areals den Vorzug geben, erklärte Prokurist Frank Dehorn auf Anfrage unserer Zeitung.

Die Stadt Düsseldorf hingegen will Gleise und Fahrzeit sparen und plädiert für einen Verzicht der Umfahrung des Böhler-Areals. Sie hatte bereits im Rahmen des Bebauungsplan-Verfahrens gegen die Meerbuscher Vorstellung ihren Einwand geltend gemacht. Meerbuschs Stadtrat entschied sich dennoch für die Schleife.

Entsprechend sorgt man sich im Meerbuscher Rathaus, dass die Stadt Düsseldorf die Anbindung des Südens zunichtemachen könnte. Denn aussichtslos ist das Ansinnen der Düsseldorfer nicht. "Im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens könnte der Bauträger eine Entscheidung der Bezirksregierung herbeiführen, auf die Anbindung des Büdericher Südens zu verzichten", erläuterte der Fachbereichsleiter.

Jetzt soll zunächst einmal ein Ingenieurbüro die Kosten für die beiden Trassenverläufe errechnen. Vor Oktober rechnet man im Rathaus nicht mit einem Ergebnis. Klar ist schon jetzt: Die von Meerbusch favorisierte Variante wird teurer als die Düsseldorfer. Doch Meerbusch hat ein Ass im Ärmel: Düsseldorf will den Bau so schnell wie möglich. Trapp: "Die Erfahrung zeigt, dass die schnellsten Verfahren die einvernehmlichen Verfahren sind."

(RP/ila)
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