Meerbusch: TVO zieht sich aus der Bundesliga zurück

Meerbusch: TVO zieht sich aus der Bundesliga zurück

Osterath Diese Nachricht ist ein kleiner Schock für alle Meerbuscher Tennisfreunde: Der TV Osterath zieht sich mit sofortiger Wirkung aus der 2. Tennis-Bundesliga zurück – somit wird es im kommenden Jahr kein Profitennis mehr direkt vor der Haustür geben.

"Der Rückzug ist notwendig, da die Unterstützung der örtlichen Industrie und vor allem auch des privaten Umfelds des Vereins immer weniger geworden ist. Eine ausreichende Finanzierung des Sportbetriebes auf diesem Niveau ist damit nicht mehr möglich", sagte TVO-Präsident Rolf van Kaldekerken. Gleichzeitig gab der 61-Jährige bekannt, dass er sein Amt als erster Vorsitzender nach mehr als fünf Jahren aufgeben und bei der nächsten Jahreshauptversammlung nicht mehr zur Verfügung stehen wird.

"Diese Entscheidung ist mir schwer gefallen, da ich an der Aufgabe sehr viel Freude hatte. Ich habe aber in den vergangenen Jahren immer wieder betont, dass, wenn die finanziellen Möglichkeiten nicht mehr ausreichen, einen Spielbetrieb auf diesem Niveau zu garantieren, ich auch nicht mehr als erster Vorsitzender fungieren werde", unterstrich van Kaldekerken.

Fünf Jahre lang spielte der TVO unter seiner Ägide in der zweithöchsten deutschen Spielklasse. Höhepunkt war zweifellos die sensationelle Zweitliga-Meisterschaft im vergangenen Jahr. Allerdings deutete sich bereits damals die finanzielle Schieflage an, denn ihr Aufstiegsrecht nahmen die Osterather nicht wahr. Stattdessen traten sie auch in dieser Saison in der Zweiten Liga an – mit einem um fast 50 Prozent reduzierten Etat. Dennoch schaffte es der Club, eine schlagkräftige Truppe auf die Beine zu stellen, die den Klassenverbleib auf sportlichem Wege schaffte.

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Für die Spielzeit im nächsten Jahr sah van Kaldekerken aufgrund der ausbleibenden Geldgeber allerdings keine Chance mehr. Dem TVO fehlte ein Betrag in deutlich fünfstelligem Bereich. "Über Jahre hinweg habe ich als erster Vorsitzender die Verantwortung dafür übernommen, dass der Sportetat einen ausgeglichenen Haushalt zum Gesamtverein beisteuert. Ich war und bin aber nicht mehr bereit, dieses auch zukünftig zu gewährleisten", stellt van Kaldekerken klar.

TVO-Coach Luis Elias traf der freiwillige Abstieg in die Niederrheinliga hart. "Das ist eine sehr bittere Pille, gerade wenn man bedenkt, dass wir die abgelaufene Spielzeit mit einer extrem jungen Mannschaft sehr erfolgreich abgeschlossen haben", meinte der gebürtige Peruaner. Allerdings habe die Hilfeschreie des Vorjahres offenbar niemand gehört und so sei es nur konsequent, diesen Weg einzuschlagen. "Für sein großes Engagement bin ich Rolf auf ewig dankbar. Ohne ihn wäre es nicht möglich gewesen, den Verein so lange in der 2. Liga zu halten", sagte Elias.

Seine Aufgabe ist es nun, für die kommende Saison eine Truppe zusammenzustellen, die in der Niederrheinliga eine gute Rolle spielen soll. Patrick Elias soll die neue Nummer eins werden, zudem hofft man auch Spieler wie Kevin Deden, Jens Janssen, Dirk Groth und Gerrit Lotz zum Bleiben zu bewegen.

(RP)
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