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Meerbusch: TuS Bösinghoven vor dem Spiel des Jahres

Meerbusch : TuS Bösinghoven vor dem Spiel des Jahres

Noch vor 15 Jahren hätten die Vorzeichen vor dem Duell zwischen dem KFC Uerdingen und dem TuS Bösinghoven kaum unterschiedlicher sein können. Damals spielte der KFC in der 1. Bundesliga, während der TuS ein tristes Dasein in den Niederrungen der Kreisliga fristete.

Nach mehreren Abstiegen der Uerdinger und zahlreichen Aufstiegen der Bösinghovener begegnen sich die beiden Clubs morgen um 18 Uhr in der Oberliga Niederrhein plötzlich in einem Meisterschaftsspiel auf Augenhöhe. Der Glanz der alten Zeiten des DFB-Pokalsiegers von 1985 ist trotz des Absturzes in der Fünftklassigkeit noch zu spüren. Im Schnitt pilgern mehr als 2000 Zuschauer in das altehrwürdige Grotenburgstadion — eine für Oberliga-Verhältnisse riesige Kulisse.

"Ich hoffe, dass meine Jungs diese Atmosphäre zusätzlich motiviert und nicht hemmt", sagt TuS-Coach Martin Stasch, der in dieser Trainingswoche eine enorme Vorfreude bei seinen Schützlingen ausmachte: "Für uns ist es zweifellos das Spiel des Jahres. Manch einer erlebt so etwas vielleicht nur einmal in seinem Leben."

Der KFC startete als klarer Aufstiegsfavorit in die Saison und wurde dieser Rolle bislang gerecht. Mit drei Siegen aus drei Spielen liegen die Blau-Roten derzeit auf Rang zwei. "Dass der KFC eine ganz andere Qualität hat als wir, ist klar. Wenn wir dort mit 0:4 verlieren, würde uns mit Sicherheit niemand auslachen", meint Manager Christoph Peters. Eine Meinung, die Trainer Stasch nicht unbedingt teilt. "Wir fahren sicherlich nicht nach Uerdingen, nur um uns dort die frisch gestrichenen Kabinenwände anzuschauen. Wir wollen dort etwas mitnehmen", stellt Stasch klar.

In seinen Augen sei der KFC noch in keiner der drei vorherigen Partien ernsthaft gefordert worden. Das soll sich nun gegen seine Mannschaft ändern, die an den starken Auftritt des ersten Auswärtsspiels in Oberhausen (1:0) anknüpfen will. Dort überzeugte vor allem die Abwehr — anders als in den Heimspielen gegen Ratingen (1:4) und gegen SW Essen (2:3).

"Die unnötigen Fehler, die wir in diesen beiden Partien gemacht haben, dürfen wir uns diesmal nicht erlauben, die würde Uerdingen brutal bestrafen", sagt Stasch, der noch um den Einsatz von drei wichtigen Spielern bangt. Stammkeeper Oliver Haßler erlitt gegen Essen eine Verhärtung des Hüftbeugers.

"Ich hoffe, dass es für Samstag reicht", sagt der Torwart. Ein Fragezeichen steht zudem hinter Christos Pappas (Leistenbeschwerden) und Neuzugang Bekim Kastrati (Bänderdehnung). Der 33-jährige Albaner hofft, beim Saison-Höhepunkt sein Debüt für den TuS feiern zu können. "Das Spiel in der Grotenburg ist für jedes Team in dieser Liga etwas Besonderes, es wäre natürlich schön, dort dabei zu sein."

(RP/rl/ila)