TSV Meerbusch : Fleßers köpft Siegtor in Schlussminute

Der Innenverteidiger des TSV macht beim 1:0-Sieg in Nettetal den Unterschied aus. Meerbusch klettert auf Rang zwei.

Als die mitgereisten Meerbuscher Fans sich schon enttäuscht mit einem torlosen Remis abgefunden hatten, schlug ihre Mannschaft doch noch zu: Mit 1:0 gewannen die Oberliga-Kicker des TSV bei Union Nettetal, weil Innenverteidiger Robert Fleßers in der 89. Minuteper Kopf das Tor des Tages erzielte. Für den Zugang war es der erste Pflichtspieltreffer im neuen Trikot. Seine Mannschaft fuhr durch den Treffer des 31-jährigen Ex-Profis den sechsten Sieg im achten Spiel ein und klettert auf den zweiten Platz. Sie hat durch den Erfolg dafür gesorgt, dass das Punktspiel gegen den Tabellenführer TuS Homberg am kommenden Sonntag auf eigenem Platz nun zu einem echten Spitzenspiel wird.

Die drei Punkte verdiente sich der Gast durch seine Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel. Im ersten Durchgang hatten die Meerbuscher noch allzu phlegmatisch und schläfrig agiert, waren dem Mitaufsteiger in Sachen Aggressivität, Schnelligkeit und Zweikampfstärke deutlich unterlegen. Das wirkte sich zwar optisch kaum aus, weil die Elf von Trainer Toni Molina defensiv sehr gut stand. Aber nach vorne brachte sie bis auf zwei Gelegenheiten durch Fleßers (dessen Ball auf der Linie geklärt wurde) und Christian Sadlowski kaum etwas zustande.

Nach einem Pausen-Donnerwetter Molinas änderte sich dann das Auftreten des TSV. Die Meerbuscher waren nun die überlegene Mannschaft, erarbeiteten sich ein optisches Übergewicht und besaßen einige gute Möglichkeiten zur 1:0-Führung. Doch aus dem Spiel heraus trafen sie diesmal nicht. Wie wirkungsvoll die Standardstärke der Molina-Elf ist, das demonstrierte sie in den Schlussminuten, als ihr so der entscheidende Treffer gelang: Einen Freistoß von Dennis Dowidat köpfte Daniel Hoff in den Fünf-Meter-Raum, und dort stand Fleßers genau richtig und verlängerte den Ball per Kopf zum 1:0-Endstand in den Nettetaler Kasten.

Die Nettetaler, die bis dahin ­ständig Zeit geschunden hatten, hatten es plötzlich ganz eilig. Und sie ­bekamen während der drei Minuten, die Schiedsrichter Fasihulla Habibi inklusive zwei Minuten Nachspielzeit noch spielen ließ, sogar tatsächlich noch ihre Möglichkeit zum ­Ausgleich. Da tippte der Ball nach einer eher zufälligen Aktion als abgefälschte Bogenlampe auf die ­Latte des TSV-Kastens. Keeper Michael Kampmann, der während der 90 Minuten nur einmal ernsthaft geprüft wurde und sich dabei glänzend aus der Affäre zog, hatte gar nicht den Versuch unternommen, den Ball abzuwehren. Er war wohl davon ausgegangen, dass das Spielgerät sicher im Aus landen würde.

„Der Fußballgott war heute nicht auf unserer Seite“, befand Nettetals Trainer Andreas Schwan nach dem Schlusspfiff. Der 33-Jährige widersprach der allgemeinen Ansicht, die von einem verdienten Gästeerfolg sprach. „Ich habe Meerbusch nicht besser gesehen. Wir waren immer nah dran und hätten auch dreimal in Führung gehen können. Den Gegentreffer müssen wir uns selbst zuschreiben, da hatten wir keine gute Zuordnung“, sagte er.

TSV: Michael Kampmann – Stefan Rott, Daniel Hoff, Lukas van den Bergh, Ridvan Balci (46. Enre Geneli), Vincent Reinert, Robert Fleßers, Dennis Dowidat, Christian Sadlowski (62. Ryo Terada), Said Harouz, Kevin Dauser (89. Tim Stappmann).

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