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Meerbusch: Trinkwasser-Preis im unteren Drittel

Meerbusch : Trinkwasser-Preis im unteren Drittel

Die Wirtschaftsbetriebe wollen höhere Produktionskosten vorerst nicht auf Kunden umlegen

Weil die Wirtschaftsbetriebe Meerbusch (WBM) Trinkwasser als Daseinsvorsorge und Grundlebensmittel betrachten, sehen sie es auch als ihre Aufgabe, den Preis dafür möglichst gering zu halten. Derzeit zahlt ein dreiköpfiger Standardhaushalt bei einem Jahresverbrauch von 120 Kubikmetern bei den WBM 291,72 pro Jahr für frisches Wasser.

Mit diesem Preis liegen die Wirtschaftsbetriebe landesweit im unteren Drittel. In 50 Kommunen des Landes Nordrhein-Westfalen hatte der Bund der Steuerzahler die Trinkwasserpreise verglichen.

Dabei wurden in der Region Rheinland Preisunterschiede von 42 Prozent festgestellt. Spitzenreiter in der Region sind die Stadtwerke Duisburg mit 353,36 Euro im Jahr – also mehr als 60 Euro mehr als der Verbraucher in Meerbusch. In Leverkusen und Krefeld zahlt der Standard-Haushalt ebenfalls mehr als 340 Euro. Die niedrigsten Preise erheben die Stadtwerke Ratingen mit 247,81 Euro, das sind rund 56 Euro weniger als in Meerbusch. WBM-Geschäftsführer Albert Lopez erklärt die Preisunterschiede so: "Die Gewinnung und Aufbereitung des Wassers spielt eine große Rolle bei der Preissetzung – ebenso wie die betrieblichen Kosten. Das kann sich von Werk zu Werk unterscheiden." Meerbusch sei in drei Gebietet eingeteilt, die ihr Wasser aus unterschiedlichen Wasserwerken beziehen.

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So würden die Rheingemeinden und das nördliche Büderich Trinkwasser aus der Eigenerzeugung aus Lank bekommen. "Das Wasser gewinnen wir aus einem Tiefenbrunnen, so dass wir es aufbereiten müssen und es auch enthärten. Das kostete mehr Geld", sagt Lopez. Osterath werde vom Werk in Willich beliefert, Mittel- und Süd-Büderich von den Kreiswerken Grevenbroich.

"Unser Endpreis ist also eine Mischkalkulation aus den Preisen der drei Anbieter", sagt Lopez. Die Ertragsergebnisse der Wassersparte der WBM seien seit Jahren sehr bescheiden. "Das liegt an den stetig steigenden Produktionskosten, die wir nicht an die Verbraucher weitergeben", sagt der Geschäftsführer. Vor allem die gestiegenen Energiekosten würden dabei eine Rolle spielen.

"Bis zum Jahr 2010 konnten wir das durch Synergien auffangen, jetzt geht es zu Kosten des Ergebnisses", sagt Lopez. Weil der Konzern aber weiterhin das Bestreben habe, Wasser zu fairen Preisen bereit zu stellen, würden die Preise zumindest im nächsten Jahr nicht erhöht. Lopez: "Auf Dauer kann es aber schon sukzessive zu marginalen Erhöhungen kommen."

(RP)