Trauer um den Hundesitter von Büderich

Trauer um Georg Belau : Der kluge Hundesitter von Büderich ist gestorben

Er gehörte zum Stadtbild von Büderich dazu: Georg Belau, sein Wägelchen und die vielen Hunde, um die er sich kümmerte. Jetzt ist er im Alter von 61 Jahren gestorben.

Jeden Morgen um 6.20 Uhr klingelte Georg Belau bei Familie Greuner, um Hündin Paula für den ersten Spaziergang abzuholen. Anschließend ging er mit weiteren Hunden von Büdericher Familien spazieren, führte sie am Rhein aus, bewegte sie. Dann hatte er, der sich auch zeit seines Lebens bewusst ernährt hat, selbst aber schon seinen eigenen Sport hinter sich, den er am frühen Morgen erledigte. Georg Belau war ein besonderer Mensch – darum traf die Nachricht von seinem plötzlichen Tod viele Büdericher sehr unvermittelt. „Ein sehr sympathischer Mensch, der die Herzen der Menschen und der Hunde gewonnen hatte und dessen Leben so plötzlich zu Ende ging“, schreibt ein Leser betroffen an unsere Redaktion.

Georg Belau wurde im September 1956 in Düsseldorf geboren, er wuchs in einer künstlerischen Familie auf, die viele Kontakte zu berühmten Künstlern des Rheinlands wie Joseph Beuys oder Ewald Matare hatte. Dieser Kontakt prägte auch den jungen Georg.

Belau verbrachte viel Zeit nach der Schule auch in Strümp bei der Meerbuscher Künstler-Familie Franke. Nach dem Abitur in Neuss studierte er Germanistik und Philosophie, absolvierte danach eine Ausbildung zum Goldschmied und Edelsteinfasser. Aber: Ein Unfall zerstörte seine berufliche Laufbahn und alle Pläne. Er wurde schwer verletzt, in der Folge wurde sein Sehnerv angegriffen, und auch seine Feinmotorik ging verloren. Aber: Tapfer trainierte er sich vieles wieder an – auch, indem er in der Kunstsammlung NRW malte, um das Sehen wieder zu lernen.

Es war dann seine Liebe zu Hunden, die ihn im Laufe der Jahre mit den Hunden einiger seiner Bekannten zusammenbrachte – auch in Form er Nachbarschaftshilfe kümmerte er sich um die Tiere. In Büderich gehörte er zum Stadtbild dazu – vor allem seine aufwendigen Transportfahrräder fielen ins Auge. Diese Boxen hat er zum Teil selbst gebaut, weil er eben gerne gestaltete und die Hunde optimal ausgestattet zu den Spaziergängen transportieren wollte. Andrea Greuner erinnert sich: „Er hatte immer alles Werkzeug bei sich, immer Schrauben in den Taschen, eine Batterie, Maßband – hätte ja sein können, dass er jemanden helfen konnte.“ Denn Belau sei von großer Hilfsbereitschaft geprägt gewesen, sagen alle, die ihn kannten. So nahm er einen Hund in Pflege, als dessen Besitzerin verstorben war. Alexandra Schellhorn aus Büderich, um deren Hund er sich auch gekümmert hat, erzählt: „Um auch ältere Hunde mit an den Rhein zu nehmen, hat er nicht nur einen Sicherheitsgurt in die Boxen gebaut, sondern auch eine kleine Ablage seitlich in die Box gezimmert, damit die Hunde während der Fahrt den Kopf ablegen und die Landschaft betrachten können.“ Nicht selten seien so bis zu sechs Hunde mit ihm am Rhein unterwegs gewesen.

Belau, um den sich viele in Büderich gekümmert und auch für ihn gekocht haben, sei nicht nur immer liebevoll im Umgang mit den Hunden, sondern auch ein toller und kluger Gesprächspartner gewesen, der mit seinem feinen Geist und seinem unglaublichen Wissen so manche Unterhaltung auf dem Rheindeich zu einer „kleinen Lehrstunde“ für den Zuhörer gestalten konnte, erzählen seine Freunde in guter Erinnerung an ihn. Sie werden ihn nie vergessen und wollen ihn am nächsten Dienstag um 11 Uhr auf dem Friedhof in Büderich zu Grabe tragen.