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Meerbusch: Training im Not-Quartier

Meerbusch : Training im Not-Quartier

Ehemalige Judoka von TuRa Büderich haben den Budoclub Taifun Büderich gegründet. Schon jetzt zählt der Verein 50 Mitglieder. Kinder und Erwachsene lassen sich in Judo, Jiu-Jitsu und Tai Chi unterweisen.

Büderich Es war wohl der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Am letzten Trainingstag vor den Sommerferien informierte lediglich ein Zettel an der Tür der Sporthalle Weißenberger Weg die Eltern der jungen Judokas von TuRa Büderich, dass wegen Renovierungsarbeiten ein Training bis nach den Herbstferien nicht möglich sei. "Wie uns der Verein auf diese Weise vor vollendete Tatsachen stellte, ohne auch nur ansatzweise Alternativen anzubieten, das geht einfach nicht", kritisiert Karl-Hubert Jacobs, dessen achtjährige Tochter Rebecca sich seit einem Jahr für den Judosport begeistert. Kindern könne man nicht eine derart lange Zwangspause von ihrem Lieblingssport verordnen, lautete die einhellige Meinung der Eltern und Trainer, die schließlich nur eine Lösung aus der Misere sahen. Nach dem Beispiel der ehemaligen Handballer von TuRa Büderich, die sich nach Querelen mit dem Vorstand einen eigenen Verein gründeten, hob auch die ehemalige Judo-Abteilung unter der Führung von Maximilian Goronz einen eigenen Club aus der Taufe.

Mittlerweile ist der Budoclub Taifun Büderich nicht nur im Vereinsregister eingetragen, er hat auch seine Gemeinnützigkeit attestiert bekommen. Schon jetzt zählt der Verein 50 Mitglieder. Kinder und Erwachsene lassen sich in Judo, Jiu-Jitsu und Tai Chi unterweisen. Goronz konnte nicht nur zahlreiche Eltern hinter sich bringen. "Auch das Gros der einstigen TuRa-Trainer ist jetzt unter der Leitung von Cheftrainer Peter Gonstra bei uns tätig", so der 22-jährige Vereinsvorsitzende. Hauptproblem des noch jungen Vereins ist allerdings die Trainingsmöglichkeit. Derzeit wird in einem provisorischen Zelt in einem Garten hinter dem Pella Grill an der Römerstraße trainiert. "Wir hatten zu den Judosportlern immer guten Kontakt und brauchen selbst das Gelände nicht", sagt Georgios Ieronimos, der mit seiner Frau Maria seit 1990 den Imbiss betreibt, bescheiden. Dabei stellt er zusätzlich auch noch eine Doppelgarage zur Verfügung, wo die Vereinsmitglieder in Eigenarbeit eine Toilette installiert und mit Plastikplanen Umkleidemöglichkeiten geschaffen haben. In dem Zelt, das auf einem Fundament aus gespendetem Schotter und Europaletten steht, und das mit Teppichen und Judomatten ausgelegt ist, trainieren die drei- bis fünfjährigen "Flöhe", die Fünf- bis 14-Jährigen sowie die Erwachsenengruppe.

Im Hinblick auf den bevorstehenden Winter versucht Goronz über den Stadtsportbund bis hin zu Bürgermeister Dieter Spindler Trainingsmöglichkeiten zu finden. "Wir brauchen keine Sporthalle, ein größerer Raum mit einer Deckenhöhe, die bei Würfen keine Verletzungen verursacht, und ein Eckchen um die Matten zu lagern, reichen vollkommen", so der junge Vereinsvorsitzende, der seinem jungen Verein schon erste Erfolge bei Wettkämpfen vorweisen kann.

(RP)