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Traditionsfriseur Claus Lauschke aus Meerbusch schließt

Handel in Meerbusch : Friseursalon in Strümp schließt

Der Traditionsfriseur Claus Lauschke zieht für sich die Konseqenzen aus den Folgen der Corona-Pandemie und aus seinem Alter von 85 Jahren. Stammkunden bedauern, dass nun nach mehr als 55 Jahren Schluss ist.

Seit 1. März dürfen die Friseure wieder arbeiten. Mit Abstand und Maske rücken sie der aus der Form geratenen Frisur zu Leibe, schneiden, färben, föhnen. Doch nicht so in Strümp bei Coiffeur Lauschke. In dem Traditionsgeschäft im Zentrum des Dorfes ist es ruhig und dunkel. Die Tür ist verschlossen. Dort hängt auf einem Zettel der Hinweis: „Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass ich meinen Friseursalon aufgrund der Corona-Auswirkungen und auch aus Altersgründen nicht wieder eröffnen werde.“ Langjährige Kunden bedauern das sehr.

Claus Lauschke war eine Institution in Strümp. Seit über 55 Jahren schnitt er den Kundinnen und Kunden die Haare, kannte jeden persönlich und war immer für ein nettes Schwätzchen zu haben. Der 85-Jährige stammte aus Leipzig, wo schon sein Vater einen Salon betrieb. 1957 als junger Mann verließ Lauschke die DDR, weil ihm das sozialistische System nicht behagte. Zunächst verschlug es ihn nach Düsseldorf, wo er auch die Meisterschule besuchte. Denn sein Ziel war die Selbstständigkeit. Als er den Tipp erhielt, dass es in Strümp an der Osterather Straße in aussichtsreicher Lage ein leeres Ladenlokal gäbe, schlug er sofort zu. Doch die „gute Lage“ entpuppte sich als Luftschloss. „Das von Bürgermeister Kothes prognostizierte Zentrum rund um St. Franziskus ist nie Realität geworden“, erklärt Lauschke. Und die Osterather Straße wurde abgebunden, als die Autobahn und die neue Osterather Straße mit Brücke über die A57 gebaut wurden. Dennoch blieb er dem Standort 19 Jahre treu und erwarb sich dort eine Stammkundschaft.

 Das Archivbild zeigt Claus Lauschke im Jahr 2015 in seinem Salon.
Das Archivbild zeigt Claus Lauschke im Jahr 2015 in seinem Salon. Foto: Dackweiler, Ulli (ud)

Dann zog er ins Zentrum in die „Rompelburg“ an der Xantener Straße. Seit 1988 verwöhnte er dort zusammen mit seiner Tochter Heike die Kundschaft. An ein Ende dachte er da lange nicht. Doch die Corona-Pandemie nahm ihm die Entscheidung aus der Hand. „Ich danke allen Kundinnen und Kunden für die langjährige Treue und wünsche Ihnen alles Gute für die Zukunft“, heißt es auf demZettel im Schaufenster. Eine echte Abschiedsparty war nicht möglich. Der rüstige Rentner wird nun kürzer treten und so oft es geht auf seine Lieblingsinsel Lanzarote reisen.